Wegen Explosionsgefahr : Bombe in Dresden soll ferngesteuert entschärft werden

In Dresden leitet ein Polizist den Verkehr aufgrund der Absperrungen wegen des Bombenfunds um.
In Dresden leitet ein Polizist den Verkehr aufgrund der Absperrungen wegen des Bombenfunds um.

Auch gut 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Bergung von Munition in Städten wie Dresden beinahe Alltag. Doch dieses Mal ist alles anders.

shz.de von
23. Mai 2018, 18:48 Uhr

Die Entschärfung einer Fünf-Zentner-Fliegerbombe nahe der Dresdner Altstadt hat sich am Mittwoch als heikle Mission erwiesen.

Nachdem ein erster Versuch wegen Explosionsgefahr abgebrochen werden musste, soll die Sprengbombe nun aus der Ferne entschärft werden. Wann dies konkret geschehen kann, war zunächst unklar.

Nach Angaben von Polizeisprecher Thomas Geithner wird für die Entschärfung ein sogenannter Raketenaufsatz auf den Zünder montiert. Dieser kann per Fernsteuerung bewegt werden und soll sich gemeinsam mit dem Zünder aus der Bombe herausdrehen. Da der Zünder aber bereits tief in dem Sprengkörper sitzt, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Detonation bei 50:50.

Um das Risiko für Menschen zu mindern, wurde die Evakuierung von Gebäuden ausgeweitet. Zum Schutz vor Schäden errichteten Einsatzkräfte rund um die Bombe englischer Bauart eine Dämmung. Dafür wurden Betonblöcke und Papierballen für einen Schutzwall hergebracht.

Am frühen Abend machte sich Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) ein Bild von der Lage und besuchte Anwohner, von denen einige schon die zweite Nacht in einer Notunterkunft verbringen mussten. Die Bombe war am Dienstag bei Bauarbeiten gefunden worden. Ein erster Entschärfungsversuch schlug am Mittwochvormittag fehl.

Die Polizei sperrte das Gelände im Stadtteil Löbtau weiträumig ab. Die Fundstelle liegt etwa zwei bis drei Kilometer von Sehenswürdigkeiten wie Dresdner Zwinger und Frauenkirche entfernt. Die Altstadt befindet sich nicht im Evakuierungsbereich. Der Polizei zufolge waren die letzten betroffenen Anwohner am Mittwoch bis kurz vor 10.00 Uhr aus dem Sperrgebiet in Sicherheit gebracht worden. Bis dahin waren 8700 Menschen von der Evakuierung betroffen.

Knapp drei Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatten britische und amerikanische Bomber am 13. und 14. Februar 1945 die Stadt Dresden in Schutt und Asche gelegt.

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