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Brauchtum und Aberglaube zu Weihnachten : Bleigießen fürs Liebesglück

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Keine Wäsche zwischen den Feiertagen aufhängen: Dieser Brauch ist in SH verbreitet. Aber welche Brauchtümer gibt es noch? shz.de stellt in einer Serie einige Bräuche vor. Heute: Silvester und Bleigießen.

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2015 | 17:59 Uhr

Die Kirche ist dafür verantwortlich, dass das neue Jahr in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar gefeiert wird - und das seit 1691. Damals legte Papst Innozenz XII. diesen Tag fest und bezog sich dabei auf einen Termin, der im zweiten Jahrhundert vor Christus in Rom als Jahresbeginn begangen wurde. Vorher galten Weihnachten oder der 6. Januar als Neujahr. Die Bezeichnung „Silvester“ hat ebenfalls einen kirchlichen Hintergrund. Der letzte Tag im Jahr ist nach dem römischen Bischof Silvester benannt, der am 31. Dezember 335 beerdigt wurde.

 

Neben lauten Knallern und bunten Raketen darf Bleigießen auf keiner Silvesterparty fehlen. Geschmolzenes Blei wird in eine Schüssel mit Wasser gegeben. Danach ist eine große Portion Fantasie gefragt. Die Figur, die dabei entsteht, sagt etwas über die Zukunft voraus. Ein Herz etwa soll Glück in der Liebe bedeuten.

Auf vielen Parties gehört es dazu: das Bleigießen an Silvester.
Auf vielen Parties gehört es dazu: das Bleigießen an Silvester. Foto: imago/imagebroker
 

Im „Journal von und für Deutschland“ heißt es zu den wahrsagerischen Fähigkeiten des Bleigießens: „Will ein Bürgermädchen wissen, was sein künftiger Gatte für ein Handwerk treibe, so läßt es in der Andreasnacht Bley in einem Löffel zerschmelzen, und gießt das Geschmolzene durch einen Schlüssel, in dessen Bart ein Kreutz ist, in Wasser, das des Nachts zwischen 11 und 12 Uhr gehohlt worden ist. Macht nun hier das gegossene Bley die Form einer Schere, so bekommt das Mädchen einen Schneider, bildet es eine Schusterahl, so wird es einem Schuster zu Theil werdenn.“

Auch mit Apfelschalen- und Pantoffelwerfen versuchten junge Mädchen, einen Blick in die Zukunft zu erhaschen. Aus den hinter sich geworfenen Schalen sollte man den Namen seines zukünftigen Ehemanns lesen können.

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