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"New In Town" : Blasse Kopie der grandiosen "Schtis"

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Karrierefrau Lucy Hill geniesst in Miami ein Luxusleben. Eines Tages verschlägt es sie beruflich ins verschneite New Ulm in Minnesota. Sie soll die dortige Firma umstrukturieren.

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2009 | 04:03 Uhr

Lucy Hill ist eine knallharte Karrierefrau: Sie liebt ihren Sportwagen, ihre High Heels und genießt das Leben im sonnigen Miami. Doch dann folgt der Kälteschock: Für den nächsten Schritt auf der Karriere-Leiter schickt ihre Firma die Mittdreißigerin ins kalte Minnesota, zu den Hinterwäldlern. Lucy wäre eine Paraderolle für Renée Zellweger ("Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück"), möchte man meinen - schaffte sie es doch in ihren Filmen bislang immer meisterhaft, auf dem schmalen Grat zwischen Tragik und Komik zu wandeln. Doch durch diesen Film stöckelt sie seltsam eindimensional - was sicherlich nicht zuletzt an dem tristen Drehbuch von "New In Town" liegt.
Diese Produktion ist eine blasse Kopie der grandiosen französischen Erfolgskomödie "Willkommen bei den Schtis". Mehr als 20 Millionen Zuschauer strömten allein in Frankreich in die Kinos, um die liebevoll, bis ins Letzte stimmige Detail ausgemalte Geschichte eines südfranzösischen Poststellen-Leiters zu sehen, den es in den kalten Norden verschlägt. Und auch in Deutschland war der Film ein Kassenschlager. Dagegen hat der dänische Regisseur Jonas Elmer mit "New In Town" nur einen Auftragsfilm nach Hollywood-Vorgaben abgeliefert.
Böse Kapitalistin verliebt sich in ihren Widersacher von der Gewerkschaft
Lucy kommt erwartungsgemäß mit jeder Menge Vorurteilen ins bitterkalte New Ulm. Sie soll dort die Produktion einer Lebensmittelfirma umstrukturieren und wenn möglich auch eine ganze Reihe Jobs abbauen. Und dann kommt es, wie es in Hollywood kommen muss: Die böse Kapitalistin wird von den Einheimischen zwar zunächst reserviert zunehmend aber herzlich aufgenommen. Und obwohl diese sich in erster Linie mit ihren Einklebebüchern und den örtlichen Eishockeyteams beschäftigen, gewinnt auch Lucy die Menschen in der kalten Ödnis nach und nach so richtig lieb. Schließlich verliebt sie sich ausgerechnet in ihren Widersacher von der Gewerkschaft (Harry Connick Jr./"PS - Ich liebe Dich") und rettet obendrein noch die Fabrik samt Belegschaft mit einem Rezept für Tapioka-Pudding.
Wer einen amüsanten Abend ohne großen Tiefgang erleben will, mag bei "New In Town" richtig liegen. Wer dagegen mal so richtig aus tiefer Seele lachen will, sollte sich lieber an das Original halten. "Willkommen bei den Sch"tis" läuft immer noch in etlichen deutschen Programmkinos.

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