Familie : Besser keine Monologe - Beim Vorlesen sind Zwischenfragen wichtig

Wenn Eltern ihren Kindern vorlesen, sollten sie sie durch Fragen einbeziehen. dpa-infocom
Wenn Eltern ihren Kindern vorlesen, sollten sie sie durch Fragen einbeziehen. dpa-infocom

Gerade abends, wenn die Gute-Nacht-Geschichte ansteht, fällt es Eltern oft schwer, sich noch richtig auf das Vorlesen zu konzentrieren. Dennoch sollten sie dieses Ritual nicht vernachlässigen und auch bei anderen Gelegenheiten zum Kinderbuch greifen.

shz.de von
15. November 2013, 16:16 Uhr

Das Kind hat sich eingekuschelt und lauscht, was ihm vorgelesen wird: Viele Eltern lesen die Geschichte nun in einem Rutsch durch. Besser sei es jedoch, sich öfter einmal selbst zu unterbrechen und dem Kind Zwischenfragen zu stellen. Das rät Esther Dopheide von der Stiftung Lesen. Das kann etwa die Aufforderung sein, zu raten, wie die Geschichte enden wird oder eine Detailfrage zu den Figuren. Dieses interaktive Vorlesen erhöhe nicht nur die Aufmerksamkeit beim Nachwuchs, sagte Dopheide anlässlich des 10. bundesweiten Vorlesetages. Eltern merkten so auch schnell, ob sie ihre Kinder mit einer Geschichte über- oder unterfordern.

Eine Altersgrenze, ab der Eltern ihren Kindern vorlesen sollten, gibt es nicht. «So früh wie möglich», rät Dopheide. Babys könnten etwa Fühlbücher «vorgelesen» werden. Dabei sind auf den Buchseiten Gegenstände befestigt, welche die Kleinen greifen können. Später sollte das Vorlesen ruhig auch beibehalten werden, wenn die Kinder schon in die Grundschule gehen. «Viele denken sich dann: 'Die Kinder lernen ja nun selbst zu lesen' und stellen das Vorlesen ein», erzählt Dopheide. Doch selbst zu lesen, strenge die Kinder gerade am Anfang noch stark an. Gut sei es dann zum Beispiel, sich mit dem Kind gegenseitig im Wechsel eine Geschichte vorzulesen.

Auch eine gute Idee: zum Vorlesen öfter einmal ein E-Book zur Hand zu nehmen. Es ermöglicht es, den Kindern auch in Situationen vorzulesen, die sonst nicht dazu genutzt werden - etwa auf einer kurzen Busfahrt, erklärt Dopheide. Schließlich haben Eltern nicht immer ein Kinderbuch aus Papier dabei, weil es zu unhandlich und schwer ist. E-Book-Reader passten dagegen in jede Handtasche - und könnten so bei jeder Gelegenheit sofort herausgeholt werden.

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