Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft : Besoldungsaffäre: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Rainer Wendt ein

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPoIG), Rainer Wendt. /Archiv
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Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPoIG), Rainer Wendt. /Archiv

Gegen Wendt wurde wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Er wurde als Polizist bezahlt, obwohl er nicht arbeitete.

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09. November 2017, 13:30 Uhr

Düsseldorf | Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat die Untreue-Ermittlungen im Fall des Polizeigewerkschaftschefs Rainer Wendt eingestellt. Das teilte ein Behördensprecher am Donnerstag mit.

Rainer Wendt tritt in Talkshows als Kämpfer für Recht und Gesetz auf - vielen stieß die Nachricht über sein doppeltes Gehalt daher sauer auf. Zumal Wendt seine Besoldung zunächst geleugnet hatte.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft hatte jahrelang in Nordrhein-Westfalen ein Teilzeitgehalt als Polizist bezogen, aber nicht als Polizist gearbeitet. Anhaltspunkte dafür, dass Beteiligte bewusst pflichtwidrig handelten und einen Vermögensnachteil des Landes Nordrhein-Westfalen in Kauf nahmen, hätten sich nicht ergeben.

Hintergrund: Die Polizeigewerkschaften DpolG und GdP

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) vertritt die beruflichen, sozialen, wirtschaftlichen und finanziellen Interessen von rund 94.000 Mitgliedern. Sie geht auf den 1919 gegründeten „Reichsverband Deutscher Polizeibeamter“ zurück. Seit 1987 führt die Organisation unter dem Dach des Deutschen Beamtenbundes den jetzigen Namen, die Zentrale ist in Berlin. Bundesvorsitzender ist seit 2007 Rainer Wendt.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mit Sitz in Berlin ist mit rund 180.000 organisierten Beamten und Angestellten die nach eigenen Angaben größte Polizeigewerkschaft der Welt. Sie ging 1950 aus mehreren regionalen Vereinigungen hervor und gehört seit 1978 dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) an. Bundesvorsitzender ist seit 2013 Oliver Malchow.

 
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