Touristenattraktion in Dänemark : Berühmter Leuchtturm: Rubjerg Knude Fyr soll umziehen

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Der Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr unweit des Ferienorts Løkken liegt an der dänischen Nordsee - und könnte wegen der Erosion der Steilküste schon bald ins Meer stürzen. /Visit Denmark/dpa-tmn
Der Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr unweit des Ferienorts Løkken liegt an der dänischen Nordsee - und könnte wegen der Erosion der Steilküste schon bald ins Meer stürzen. /Visit Denmark/dpa-tmn

Der Leuchtturm soll weiter ins Land hinein versetzt werden, um nicht vom Meer verschlungen zu werden.

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22. November 2018, 17:13 Uhr

Hjørring | Der 23 Meter hohe dänische Leuchtturm und Touristenmagnet „Rubjerg Knude Fyr“ („fyr“, dän. : Feuer) soll umziehen. Er steht an der Nordseeküste nördlich von Aalborg auf der Wanderdüne Rubjerg Knude, gefährlich nah an der Steilküste und droht, in die Nordsee zu stürzen. Schon seit ein paar Jahren wird diskutiert, ob der Turm gerettet oder der Natur überlassen werden soll.

Weiterlesen: Jütlands bekanntester Leuchtturm kurz vor Sturz ins Meer

Die Naturbehörde als Eigner, auf dessen Grund der Turm steht, war vor ein paar Jahren für einen Abriss. Andere stimmten für die Verlegung des Turmes weiter ins Land oder wollten ihn auf einer Insel im Wasser lassen und eine Hängebrücke als Zugang errichten.

Nun wurde eine Entscheidung getroffen

Die Gemeinde Hjørring hat nun beschlossen, den Leuchtturm zu retten. Der Fernsehsender TV2/Nord twitterte kürzlich: „Rubjerg Knude Feuer wird versetzt – Wir bewahren die Sehenswürdigkeit“:

Der Verlust des Wahrzeichens hätte Folgen für den Tourismus

Bei einem Verlust des Turmes als Touristenmagnet gingen der Gemeinde Hjørring neben ihrem Wahrzeichen auch die Besucherzahlen flöten. Jährlich besuchen bis zu 500.000 Menschen den Turm, der als höchster Punkt der Landschaft Vendsyssel gilt. Die Kommune hatte 2016 noch einmal 400.000 Euro in die Renovierung von Treppe und Glasprisma des Turms gesteckt. Die Vereinigung zur Förderung architektonischer Projekte „realdania“ twitterte daraufhin, dass eine neue Treppe und ein neues Prisma im Leuchtturm einzigartige Erlebnisse schaffen würden:

 

Im Jahre 1899 erbaut, steht der Turm schon seit 119 Jahren im Norden Dänemarks. Ursprünglich stand der Turm 200 Meter weit von der Küste entfernt, nun ist er nur noch weniger als fünf Meter vom Wasser entfernt.

Der Rubjerg Knude Fyr ist nur noch acht Meter von der Nordseekante entfernt.
Götz Bonsen
Der Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr wurde inzwischen wieder freigelegt.
 

Der Turm sei Hjørrings Antwort auf die bekannte kleine Meerjungfrau („Den lille Havfrue“) aus Kopenhagen, so äußerte sich der Vorsitzende der Gruppe für „Technik und Umwelt“ Søren Smalbro in Hjørring gegenüber dem dänischen Radiosender DR P4 Nordjylland. Damit verdeutlicht er den Mehrwert des Turmes für den Tourismus.

Man müsse nun auch nachhaltig an die Zukunft denken, damit die nächsten Generationen nicht mit demselben Problem konfrontiert sein würden, so Smalbro.

Hürde: Turm steht auf geschütztem Grund

Geklärt werden muss noch die rechtliche Frage. Denn der Leuchtturm steht auf geschütztem Grund der Naturbehörde. Wie die dänischen Medien berichten, brauche es dazu also nebst Einwilligung des Naturschutzes und des Stadtrats auch noch eine Gesetzesänderung, um den Turm bewegen zu dürfen.

Ein konkreter Plan für die Versetzung des Turmes ist in Arbeit

Für die Versetzung des Turmes gebe es verschiedene Möglichkeiten, einen konkreten Plan aber laut Smalbro noch nicht. Dazu müssten erst einmal Preise miteinander verglichen werden. Auch sei noch nicht klar, wer das Projekt finanzieren soll.

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