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Arzt aus Baden-Württemberg : Berlin: Polizei verhaftet mutmaßlichen IS-Rekrutierer

vom

Der Salafist organisierte einen Selbstmordanschlag durch einen 24-Jährigen im Nordirak. Dabei wurden mindestens zwölf Menschen getötet.

shz.de von
erstellt am 03.Mär.2016 | 12:59 Uhr

Stuttgart | Der mutmaßliche Rekrutierer eines islamistischen Selbstmordattentäters ist in Berlin festgenommen worden. Der Arzt aus Baden-Württemberg habe geholfen, einen späteren Selbstmordattentäter der Terrormiliz IS mittels Propagandavideos zu radikalisieren, teilte das Landeskriminalamt am Donnerstag in Stuttgart mit. Außerdem habe der Salafist die Ausreise des 24-Jährigen mit organisiert. Der junge Mann verübte demnach am 18. Mai 2015 für die Terrorgruppe im Nordirak einen Selbstmordanschlag, bei dem mindestens zwölf irakische Regierungssoldaten getötet worden sein sollen.

Anschläge islamistischer Extremisten konnten in Deutschland bislang vereitelt werden oder schlugen fehl. Einzige Ausnahme: Im März 2011 erschoss ein Kosovo-Albaner auf dem Flughafen Frankfurt/Main zwei US-Soldaten und verletzte zwei weitere schwer. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der 24-Jährige, der zuletzt in Freiburg wohnte, war nach Angaben des LKA geistig eingeschränkt und leicht beeinflussbar. Inwieweit der 33 Jahre alte Arzt den jungen Mann aufgrund seiner psychischen Labilität bewusst als späteren Attentäter ausgesucht haben könnte, sei Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Die zuständige Staatsanwaltschaft Karlsruhe wirft dem Mediziner Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Bei Durchsuchungen am Donnerstag in der Hauptstadt und in Mannheim seien unter anderem eine optische Zielvorrichtung für eine Schusswaffe sowie Mobiltelefone und elektronische Datenträger sichergestellt worden. Beide Männer wohnten einst in Freiburg. Der Jüngere sei im Oktober 2014 in das syrisch-irakische Krisengebiet gereist, um sich dort einer dschihadistischen Miliz anzuschließen.

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