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Baden-Württemberg : Baum erschlägt Jungen in Zeltlager - Mehrere Verletzt

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Ein Ausflug ins Zeltlager endet tragisch: Ein 25 Meter hoher Baum stürzt um und trifft mehrere Jugendliche. Ein Junge stirbt.

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2017 | 07:55 Uhr

Rickenbach | Ein 15-jähriger Junge ist bei einem schweren Unwetter in Baden-Württemberg von einem Baum erschlagen worden. Der Junge übernachtete in einer Gruppe mit mehreren Betreuern in der Nacht zum Mittwoch in einem Zeltlager bei Rickenbach im Landkreis Waldshut im Grenzgebiet zur Schweiz.

Der Deutsche Wetterdienst hatte für das Gebiet am Mittwochmorgen die höchste Gewitterwarnstufe ausgerufen. Den Angaben zufolge stürzten in der Region viele Bäume um, parkende Autos wurden beschädigt. Häuser wurden von herumfliegenden Dachziegeln getroffen. Zu möglichen weiteren Verletzten machte die Polizei bisher keine Angaben.

Die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass ein heftiger Sturm einen etwa 30 Meter hohen Baum auf das Zelt stürzen ließ. Anzeichen eines Blitzeinschlags wurden zunächst nicht gefunden. Drei weitere Jungen wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Die Gruppe wurde nach dem Unglück den Angaben zufolge in einem Gebäude der Gemeinde betreut.

Bei dem Schwerverletzten handele es sich um einen 14-Jährigen. Von Lebensgefahr war am Morgen anders als zunächst angenommen nicht mehr die Rede. Ein weiterer 14-Jähriger und ein 13-Jähriger verletzten sich leicht. Anfangs waren die Ermittler von insgesamt vier Verletzten ausgegangen.

Die Gruppe kam nach dpa-Informationen aus Herrenberg bei Böblingen, die in einem improvisierten Lager auf einem Spielplatz übernachtet habe.

Möglicherweise hatte die Gruppe, zu der 17 Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren und vier Betreuer gehörten, eine Wanderung unternommen und sich dort ein Nachtlager gesucht. Das müsse aber noch geklärt werden, sagte ein Polizeisprecher. Ein Teil der Gruppe war laut Polizei im Zelt, der andere Teil in einer nahe gelegenen Schutzhütte.

Das Unglück beschäftigt auch die Staatsanwaltschaft. Es gehe um einen nicht natürlichen Todesfall. „Da wird die Staatsanwaltschaft informiert“, sagte eine Sprecherin der Behörde in der Kreisstadt Waldshut-Tiengen.

Orkanartige Stürme fegten zum Zeitpunkt des Unglücks über die Region hinweg: Etwa 14 Kilometer vom Unglücksort in Rickenbach entfernt wurden in Dogern im Kreis Waldshut Spitzengeschwindigkeiten von 110 Kilometern pro Stunde gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Zwischen 2.00 Uhr und 3.00 Uhr war es einem Meteorologen zufolge besonders heftig.

Das Unwetter kam nach Darstellung der Feuerwehr relativ überraschend. „Das war kurz und heftig“, sagte Tobias Ücker, Kommandant der Feuerwehr in Rickenbach. „In der Art gibt es das nicht häufig bei uns“, sagte er mit Blick auf den Einsatz. Auch Bürgermeister Zäpernick sprach von einem Unwetter von bisher nicht erlebter Heftigkeit. „Es hat quer gehagelt. Es war ein Wind, das können Sie sich nicht vorstellen. Das habe ich noch nicht erlebt.“

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