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Tatort-Vorschau : Batic und Leitmayr auf dem Oktoberfest: „O’zapft is!“ in München

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Wiesn ist mörderisch - zumindest im neuen Tatort. Zum ersten Mal ermitteln Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) am Sonntag mitten auf dem größten Volksfest der Welt.

„O’zapft is!“ wird heute im „Tatort“. Denn pünktlich zum Auftakt des Oktoberfestes am Samstag in München schiebt die ARD einen delikaten „Wiesn“-Mord nach. Einfach, um mal den Ernstfall durchzuspielen: Was muss passieren, damit dieses weltgrößte Volksfest mit seinen fast acht Millionen Besuchern und einem Umsatz von etwa einer Milliarde Euro ins Wasser fällt?
 

Bislang waren seit 1810 nur Kriege und die Cholera imstande, die Feierwut der Bayern zu stoppen. Doch nun scheint es, als könne ein einziger Mann die Mega-Sause zum Absturz bringen. Und das mit nur wenigen K.o.-Tropfen, Marke GHB, die er scheinbar wahllos in die Maß-Krüge schüttet.
 

Seine Opfer kippen vorerst nur aus den Latschen, wie alle anderen Suffis auch. Doch dann stirbt ein junger Italiener. Bald darauf ein weiterer Herr in Lederhosen. Und schon droht der Super-GAU. Für die Gästemassen, die womöglich in Sicherheit gebracht werden müssen, und für die „Wiesn“-Wirte, für die ein Abbruch der Party der Ruin bedeuten könnte (u.a. Gisela Schneeberger, Leo Reisinger, Mavie Hörbiger).
 

Ein schöner Schlamassel, in den da unsere Silberlocken Batic und Leitmayr hinein geraten (Miroslav Nemec, Udo Wachveitl). Und das ausgerechnet in ihrem 70. Fall.
 

Naja, Stefan Holtz und Florian Iwersen (Buch) haben sich da vielleicht eine etwas weltfremde Story ausgedacht. Aber nicht, weil es zeitgemäßer wäre, einen Amokläufer oder einen Islamisten auf die „Wiesn“ zu schicken, sondern weil der Plot so konstruiert daher kommt. Und indem sie uns das fahle Bürschchen, das das GHB verabreicht, gleich zu Beginn servieren (Julius Feldmeier), geht auch noch die Spannung flöten. Da hatte Regisseur Marvin Kren wenig Raum, seine Protagonisten glaubwürdig in Szene zu setzen.
 

Am Ende bleibt nur ein scheeler Blick hinter die Kulissen der größten Sause der Welt und ein abgekämpftes Kripo-Duo. Das, immerhin, überzeugt erneut mit Spiellaune und sympathischen Selbstzweifeln. Die „Wiesn“ treibt halt jeden in den Wahnsinn.

„Tatort – Die letzte Wiesn“, 20.15 Uhr, ARD.

Zur shz.de-Tatort-Galerie „Wer ermittelt wann und wo“ geht es hier.
 

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erstellt am 20.Sep.2015 | 12:57 Uhr

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