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Streisand-Effekt : Barbra Streisand zum 75. Geburtstag: Sehr berühmt - auch unfreiwillig

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Sie beeinflusste sechs Jahrzehnte Film- und Musikgeschichte. Und sie gab einem Internet-Phänomen ihren Namen.

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erstellt am 23.Apr.2017 | 15:35 Uhr

140 Millionen verkaufte Schallplatten, ein Oscar, Emmys, Golden Globes. „Sie ist die einzige Künstlerin, die in sechs aufeinanderfolgenden Jahrzehnten mit jeweils mindestens einem Album auf Platz 1 der US-Charts landete“, staunen die Autoren der Wikipedia.

Am Montag wird sie 75. Berühmt ist sie für ihre Stimme. Für ihre Ausstrahlung. Für ihre riesige Nase und die seltsam eng stehenden Augen, die keinem gängigen Schönheitsideal entsprechen, sie aber doch so unglaublich gut aussehen lassen. Etwa hier, 1973 in „Is’ was Doc?“

Und 1980, das Duett mit Neil Diamond. „You don’t bring me flowers“. Die beiden sangen schon im Schulchor zusammen. Diesen Auftritt haben sie allerdings angeblich so spontan geplant, dass die Proben am Telefon stattfanden.

Barbra Streisand ist berühmt. Sie ist so berühmt, dass sogar ein House-Klassiker und Nummer-Eins-Hit als Text ausschließlich ihren Namen hat. Die Hookline, Fun Fact, stammt übrigens vom Schlagersänger Michael Holm.

Michael Holm ist wohl nur den älteren unter uns noch ein Begriff. Barbra Streisand (kein Vergleich natürlich im Berühmtheitsgrad!) hatte aber auch ihre größten Erfolge in den 60ern und 70ern. Okay. Herr der Gezeiten, 1991.

Richtig berühmt wurde Barbra Streisand aber noch einmal 2003. So berühmt, dass manch Jüngerer vielleicht gar nicht mehr weiß, wer Barbra Streisand genau ist, aber genau weiß, was der „Streisand-Effekt“ ist. Die Schauspielerin und Sängerin prägte einen Begriff des Internet-Zeitalters, der besagt: Wenn man versucht, eine Information zu unterdrücken, sorgt man erst recht dafür, sie zu verbreiten.

Und das kam so: Als ein Fotograf die kalifornische Küstenlinie dokumentierte, fotografierte er auch ihr Haus. Streisand fühlte sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt und beauftrage Anwälte, den Fotografen zu verklagen. Downloads des Bildes bis dahin: sechs. Und es gab auf der ursprünglichen Fotografie keinen Hinweis, welches der Häuser genau das von Streisand ist. Durch den Prozess wurde das Foto erst bekannt. Heute kennt die ganze Welt dieses Bild, das frei verbreitet werden darf.

Dieses Bild des Hauses von Barbra Streisand war prägend für den sogenannten Streisand-Effekt.

Dieses Bild des Hauses von Barbra Streisand war prägend für den sogenannten Streisand-Effekt.

Foto: Copyright (C) 2002 Kenneth & Gabrielle Adelman, California Coastal Records Project, www.californiacoastline.org

Noch ein Fun Fact: Dem Komiker „Atze Schröder“ gelang es erfolgreich, das Funktionieren des Streisand-Effekts in Deutschland zu demonstrieren, als er dem „Weser-Kurier“ gerichtlich untersagen lassen wollte, seinen bürgerlichen Namen zu nennen. Googlen sie mal!

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