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Spielzeugfigur mit neuen Maßen : Barbie-Puppe gibt es endlich auch in groß, klein und „kurvig"

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Seit Jahrzehnten das liebste Spielzeug vieler Mädchen: die Barbie-Puppe. Nach Kontroversen um ihr Aussehen und zurückgehenden Verkaufszahlen stellt Mattel jetzt Puppen mit neuen Maßen vor.

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2016 | 14:51 Uhr

El Segundo | Der Hersteller Mattel stellte am Donnerstag in den USA drei neue Typen seines Verkaufsschlagers vor: Barbie gibt es neben dem ultraschlanken Original nun auch in den Bezeichnungen „kurvig“, „groß“ und „klein“. Die Puppen sollen mehr aussehen wie normale Durchschnittsfrauen und nicht mehr nur wie Supermodels.

Seit über einem halben Jahrhundert ist die Barbie-Puppe ein amerikanischer Spielzeugklassiker. Barbie ist eine Mode- und Anzieh-Puppe, sie sollte ursprünglich aussehen wie ein Model. Seit längerem gab es Kritik an Figur und Aussehen der Puppe. Es hieß, sie würde Mädchen unrealistische Schönheitsideale aufzwingen. Mit den neuen Versionen der Puppe soll sie „normalen“ Frauen ähnlicher werden.

Mattel-Chef Richard Dickson teilte im kalifornischen El Segundo mit: „Barbie steht für die Welt, wie Mädchen sie sehen.“ Die Puppe habe die Fähigkeit, mit der Zeit zu gehen und zu wachsen. Die neuen Barbies sollen unterschiedlich sein – wie echte Menschen. In einem Image-Video wird gesagt, dass diese Unterschiede gefeiert werden sollten. Mädchen sollen sich besser mit den neuen Puppen identifizieren können.

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Posted by Barbie on Thursday, 28 January 2016

Die Barbie ist eines der am meisten verkauften Spielzeuge der Welt. Barbies finden sich angeblich in fast jedem US-amerikanischen Kinderzimmer. Auch in Deutschland besitzen viele Mädchen eine oder mehrere Barbies.

Es gibt inzwischen ein ganzes Barbie-Universum. Der Hersteller Mattel hat für Barbie eine eigene Biografie mit zahlreichen Berufen, Freunde und Familie kreiert.

Zuletzt hatte Mattel allerdings mit erheblichen Umsatzschwierigkeiten zu kämpfen, er sank zwischen 2012 und 2014 um 20 Prozent.

Die Barbie gibt es seit vergangenem Jahr auch in sieben verschiedenen Hauttönen. Dazu kommen 22 Augenfarben und zwei Dutzend Frisuren. Die für Barbie zuständige Mattel-Managerin Evelyn Mazzocco sagte zu den neuen Maßen: „Wir haben die Verantwortung, Mädchen und Eltern eine breitere Auffassung von Schönheit zu präsentieren.“

The Evolution of Barbie

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Posted by Barbie on Thursday, 28 January 2016

Damit wird auf die Kritik reagiert, die es schon seit Jahren gegen die Barbie-Puppe gibt. Es wird bemängelt, dass die Puppe mit ihren übertrieben schmalen Proportionen dem Selbstbewusstsein von Mädchen schadet. Es gab immer wieder den Vorwurf,  die unrealistische Schlankheit der Puppe würde Essstörungen bei Kindern fördern.

Es wurde inzwischen sogar eine Krankheit nach der Puppe benannt: Das Barbie-Syndrom. Wer daran erkrankt, hat den Wunsch, wie die Puppe auszusehen. Einige Frauen unterziehen sich zahllosen Operationen, um Barbie ähnlicher zu werden.

Auch von feministischer Seite wird Barbie kritisiert: Sie stehe für ein überholtes und klischeehaftes Frauenbild und rege zum kritiklosen Konsum an.

Die Neuerung könnten einige Kritiker besänftigen, ist aber für Mattel nicht ohne Risiko. Bereits jetzt, kurz nach der Bekanntgabe haben einige Barbie-Fans den Schwachpunkt der neuen Puppen gefunden: Die alte Kleidung passt nicht mehr. Ein Mädchen, das mehrere Barbies mit unterschiedlichen Figuren hat, braucht in Zukunft auch viel mehr Kleidung für ihre Puppen.

Die Figur des Originals war bisher seit 1955 unverändert, Puppenkleidung konnte zum Beispiel auch günstig auf Flohmärkten gekauft werden. Da jetzt jede Menge Kleidung und Accessoires nicht zu den neuen Körpermaßen passen werden, befürchtet Mattel viele Nachfragen. Nach Informationen von „Time“ schaltet das Unternehmen dafür eine eigene Hotline.

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