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Nach Explosion in Thailand : Bangkok: Keine deutschen Namen auf erster Verletzten-Liste

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Rush Hour in Bangkok, eine riesige Explosion zerreißt die Luft. Der Sprengsatz explodiert an einer beliebten Touristenecke. Das Auswärtige Amt hat seine Sicherheitshinweise aktualisiert.

Bangkok | Unter den Verletzten des Bombenanschlags von Bangkok sind nach ersten Angaben keine Opfer mit deutsch- oder europäischklingenden Namen. Das geht aus einer von der Polizei erstellten Liste mit 49 Namen hervor, die die Bangkoker Zeitung „The Nation“ am Dienstag veröffentlichte. Danach dürfte eine hohe Zahl der Verletzten aus China stammen.

Bei dem beispiellosen Bombenanschlag in der thailändischen Hauptstadt waren am Montagabend mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen, darunter nach Polizeiangaben ein Chinese und ein Philippiner. Dutzende wurden teils schwer verletzt. Die Polizei geht von einem Bombenanschlag aus und fahndet nach den Tätern. Auf dem Video einer Überwachungskamera ist ein Mann mit einem verdächtigen Paket kurz vor der Explosion am Tatort zu sehen.

Nach der schweren Explosion in der thailändischen Hauptstadt hat sich auch das Auswärtige Amt eingeschaltet. Die deutsche Botschaft bemühte sich am Montag um Aufklärung, ob auch Deutsche unter den Opfern sind, wie aus dem Ministerium verlautete. Konkrete Hinweise auf deutsche Opfer lagen zunächst aber keine vor.

Das Auswärtige Amt hat nach der Bombenexplosion seine Reise- und Sicherheitshinweise für Thailand aktualisiert. „Reisenden wird empfohlen, besonders vorsichtig zu sein und diese Reisehinweise und die aktuelle Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen“, mahnte das AA in seinen Hinweisen am Montagabend. „Weitere Anschläge auch in anderen beliebten Feriengebieten können nicht ausgeschlossen werden.“ Das Amt empfiehlt, Demonstrationen und Menschenansammlungen zu meiden.

„Ich habe im Hyatt-Erawan-Hotel zu Abend gegessen, als eine riesige Explosion das Gebäude erschüttert hat“, berichtete Eric Seldin, der in Bangkok arbeitet. „Als wir 15 Minuten später nach draußen durften, habe ich mehrere mit Tüchern bedeckte Körper gesehen.“ Augenzeugen berichten von großer Verwüstung.

Die Kreuzung liegt mitten im Einkaufsviertel der Millionenmetropole. An der Ecke ist der berühmte Erawan-Schrein, ein Touristenmagnet, weil dort jede Stunde mehrmals Tänzerinnen in prunkvollen Kostümen auftreten. Die umliegenden Einkaufszentren wurden geräumt. Hundertschaften der Polizei durchsuchten die Umgebung auf der Suche nach weiteren Sprengsätzen. Auf Fernsehbildern war vor dem Schrein eine Art Bombenkrater zu sehen.

Auf einer Überwachungskamera war am Montag an einer belebten Kreuzung ein riesiger Feuerstoß zu sehen, dann rannten Passanten in verschiedene Richtungen davon.

Über den Hintergrund konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Im Februar waren vor einem Einkaufszentrum in Bangkok zwei Sprengsätze explodiert und hatten zwei Menschen verletzt. Auf der Touristeninsel Koh Samui explodierte im April eine Autobombe. Niemand hat sich je zu den Anschlägen bekannt.

Im Mai 2014 hatte das thailändische Militär nach jahrelangen politischen Spannungen zwischen verfeindeten Lagern geputscht. Seitdem regiert Putschführer Prayuth Chan-ocha. Das Militär ging davon aus, dass die Bomben im Februar und April die vom Militär eingesetzte Regierung destabilisieren sollten.

Die beiden politischen Lager kämpfen um die Regierungsmacht. Sie haben Massendemonstrationen und Straßenblockaden in Bangkok organisiert und sich teils blutige Straßenschlachten geliefert. Dutzende Menschen sind dabei seit 2010 ums Leben gekommen.

Glitzernde Konsumtempel und traditionelle Märkte - mit rund 12 Millionen Einwohnern ist Bangkok das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Thailands. 1782 gegründet, erstreckt sich die Millionenmetropole über 1500 Quadratkilometer und beherbergt 15 Prozent der gesamten Bevölkerung des Landes. Bangkok gehört zu dem meistbesuchten Städten der Welt. Zu den rund 400 Tempeln der Hauptstadt gehört der 1956 erbaute und dem Gott Brahma gewidmete Erawan-Schrein im Zentrum - benannt nach Brahmas sagenumwobenem, mehrköpfigen Elefanten. Der heilige Schrein ist nicht nur ein Touristenmagnet, sondern auch Ziel vieler Einheimischer. Er wird von Hindus und Buddhisten gleichermaßen verehrt. Sie behängen die Statue der Gottheit mit Blumenkränzen, zünden Kerzen und Räucherstäbchen an und bitten um Segen. Ein geistig Verwirrter zerstörte die ursprünglich aus vergoldetem Gips gefertigte Brahma-Statue im März 2006 mit einem Hammer. Bald darauf wurde sie restauriert.
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erstellt am 18.Aug.2015 | 07:14 Uhr

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