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Erreger im Ostee-Wasser : Bakterien-Infektion: Urlauber in Mecklenburg gestorben

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Vibrio vulificus vermehrt sich bei anhaltenden Wassertemperaturen über 20 Grad. Durch offene Wunden kann der Erreger in den Körper eindringen. Ein Urlauber ist jetzt an den Folgen der Infektion gestorben.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2014 | 09:48 Uhr

Rostock | Ein Urlauber ist nach dem Baden in der Ostsee an einer Vibrionen-Infektion gestorben. Dies sei Ende Juli/Anfang August geschehen, sagte Anja Neutzling vom mecklenburg-vorpommerischen Landesamt für Gesundheit und Soziales am Samstag in Rostock. Nähere Angaben konnte sie zunächst nicht machen. Zuvor hatte die „Ostsee-Zeitung“ über den Fall berichtet.

Insgesamt sind in Mecklenburg-Vorpommern den Angaben zufolge sechs Erkrankungen gemeldet worden. Zuletzt hatte es 2010 zwei Todesfälle durch Vibrionen gegeben. Nach dem Bericht der „Ostsee-Zeitung lag ein 73-Jähriger aus Baden-Württemberg zudem drei Wochen im Koma und könnte ein Bein verlieren. Die Verwandten des Betroffenen forderten in der „OZ“ eine bessere Aufklärung über die Gefahr durch die Bakterien.

Die Stäbchenbakterien der Art Vibrio vulnificus vermehren sich stark bei anhaltenden Wassertemperaturen über 20 Grad. Sie können über offene Wunden in den Körper eindringen und bei Menschen mit chronischen Grunderkrankungen und Älteren zum Beispiel zu einer Sepsis (Blutvergiftung) führen. Die Bakterien kommen in weiten Teilen der Ostsee und anderen Regionen der Welt vor. Auch in Meerestieren wie Garnelen wurden die Erreger nachgewiesen. Erkrankungen durch diese Bakterien sind in Deutschland aber nach wie vor sehr selten. Nach Angaben von Experten könnte sich der Erreger aber aufgrund des geringen Salzgehalts und des Klimawandels an der Ostseeküste ausbreiten. Auch in Meerestieren wie Garnelen wurden die Erreger nachgewiesen. Neutzling betonte, dass ihr Amt schon zum Beginn des Sommers Ärzte auf mögliche Wundinfektionen durch Vibrionen hingewiesen habe.

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