zur Navigation springen

Thalys von Amsterdam nach Paris : Bahnhof in Rotterdam: Polizei überwältigt Mann in Zug

vom

Der Mann hatte sich kurz vor der Abfahrt in einem WC eingeschlossen. Die Polizei konnte ihn festnehmen.

Rotterdam | Nur knapp vier Wochen nach dem verteilten Terroranschlag im internationalen Zug Thalys in Belgien ist am Freitag am Rotterdamer Hauptbahnhof Terroralarm ausgelöst worden. Spezialeinheiten der niederländischen Polizei überwältigten einen jungen Mann, der sich zuvor stundenlang in der Toilette eines Thalys verschanzt hatte. Verletzt wurde niemand. Der Mann leistete nach Angaben der Polizei keinen Widerstand und war nach ersten Ermittlungen unbewaffnet. Augenzeugen hatten zunächst gesagt, dass er bewaffnet war.

Die Identität des Mannes und auch seine Motive waren zunächst unklar. „Es kann auch um einen geistig verwirrten Mann gehen oder einen Schwarzfahrer“, sagte die Sprecherin der Polizei, Patricia Wessels.„Doch wir konnten kein Risiko eingehen.“

Im August hatten Passagiere in einem Thalys auf dem Weg von Brüssel nach Paris einen bewaffneten Mann überwältigt und einen möglichen Terroranschlag verhindert. Dabei waren mehrere Menschen verletzt worden. Der mutmaßliche Täter hatte sich auch erst im Zug-WC eingeschlossen.

In Rotterdam war am frühen Morgen Großalarm ausgelöst worden. Der Thalys sollte um 6.58 Uhr von Rotterdam nach Paris starten. Kurz vor der Abfahrt rannte ein junger, schwarz gekleideter Mann mit einem Rucksack zum Zug und stieg ein, berichteten Augenzeugen. Kurz darauf schloss er sich in die Zugtoilette ein. Der Schaffner soll versucht haben, Kontakt mit dem Mann aufzunehmen. Als das nicht gelang, wurde die Polizei eingeschaltet. Die rund 300 Passagiere wurden dringend aufgefordert, den Zug zu verlassen. Danach sperrte die Polizei große Teile des Bahnhofs. Vermummte Polizisten mit Maschinengewehren umzingelten den Zug. Sprengstoffexperten mit Hunden rückten an.

Der Betreiber des Thalys gab im Kurznachrichtendienst Twitter schnell Entwarnung: „Sicherheitskräfte haben alles unter Kontrolle. Alle Passagiere in Sicherheit.“ Der Zugverkehr von und nach Rotterdam war stundenlang unterbrochen.

Ein Unterhändler der Polizei hatte versucht, den Verdächtigen freiwillig zum Verlassen des Zuges zu bewegen. Das gelang nicht. Daher entschlossen sich die Sicherheitskräfte zum Eingreifen.

Niederländische Reporter filmten die Festnahme von einem anderen Bahnsteig aus. Der Mann wurde mit einem Krankenwagen weggebracht. Er sollte zunächst untersucht werden. Der Betreiber des Thalys meldete auf Twitter: „Sicherheitskräfte haben alles unter Kontrolle. Alle Passagiere in Sicherheit.“

 

Hintergrund: Thalys-Schnellzüge

Seit 1996 verbindet der Thalys, ein europäischer Hochgeschwindigkeitszug, die Metropolen mehrerer westeuropäischer Länder. Seine Geschichte begann mit Brüssel, Paris und Amsterdam, später kamen unter anderem Köln, Duisburg, Düsseldorf und Essen hinzu.

Sitz des 1995 als Westrail International gegründeten Tochterunternehmens der belgischen und französischen Staatsbahnen ist Brüssel. Seit 2007 ist auch die Deutsche Bahn an Thalys International, so der heutige Name, beteiligt.

Mit dem roten Hochgeschwindigkeitszug ist Belgiens Hauptstadt von Paris aus in knapp anderthalb Stunden erreichbar. Bis Köln ist der Thalys, der auf der Technik des französischen TGV basiert, gut drei Stunden unterwegs. Im Einsatz sind insgesamt 26 Züge.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Sep.2015 | 13:10 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen