Prozess nach Zugunglück : Bad Aibling: Fahrdienstleiter legt Geständnis ab

<p>Der Fahrdienstleiter Michael P. sitzt im Sitzungssaal des Landgerichts neben seiner Anwältin Ulrike Thole (2.v.l.), während der Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Traunstein, Jürgen Branz (rechts), zur Anklagebank geht.</p>

Der Fahrdienstleiter Michael P. sitzt im Sitzungssaal des Landgerichts neben seiner Anwältin Ulrike Thole (2.v.l.), während der Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Traunstein, Jürgen Branz (rechts), zur Anklagebank geht.

Fünf Monate haben sich die Staatsanwälte Zeit genommen, um zu ermitteln. Dem 40-Jährigen wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.

shz.de von
10. November 2016, 10:08 Uhr

Traunstein | Im Prozess um das Zugunglück von Bad Aibling hat der angeklagte Fahrdienstleiter ein Geständnis abgelegt. Unter großem Medieninteresse hatte am Donnerstag vor dem Landgericht Traunstein (Oberbayern) der Prozess begonnen. Bei dem Unglück starbenzwölf Menschen. Dem Fahrdienstleiter wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Der Bahnmitarbeiter soll Signale falsch gestellt und bis kurz vor dem Frontalzusammenstoß der beiden Züge ein Fantasy-Rollenspiel auf seinem Smartphone gespielt haben.  Dem widersprach er vor Gericht nicht. Seine Anwälte verlasen sein Geständnis.

Der 40-Jährige erschien mit verschränkten Armen im Gerichtssaal. Sein Gesicht verdeckte er nicht, als er ein minutenlanges Blitzlichtgewitter der Fotografen über sich ergehen ließ.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft beging der Fahrdienstleiter einen folgenschweren Fehler und schickte zwei Züge auf die eingleisige Strecke. Das Urteil soll am 5. Dezember verkündet werden. Die Höchststrafe für fahrlässige Tötung beträgt fünf Jahre.

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