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Kassow in Mecklenburg-Vorpommern : Auto an Bahnübergang von Zug erfasst – Fahrerin stirbt

vom

Der Kleinwagen wird über 500 Meter mitgeschleift. 100 Reisende können erst nach Stunden evakuiert werden.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2015 | 08:40 Uhr

Kassow | Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Montagabend an einem Bahnübergang in Kassow, Mecklenburg-Vorpommern. Dabei wurde die Fahrerin eines Peugeot getötet. Die über 100 Reisenden mussten stundenlang im Zug ausharren, bevor sie evakuiert werden konnten.

Der Zusammenstoß ereignete sich gegen 20.45 Uhr an einem mit einer Halbschranke versehenen Bahnübergang an der K14. Nach ersten Erkenntnissen war die Fahrerin eines Peugeot in Richtung Schwaan unterwegs und muss offenbar die geschlossene Schranke umfahren haben, als der Regionalexpress der Linie 1 von Hamburg nach Rostock den Übergang passierte.

Trotz sofort eingeleiteter Notbremsung wurde der Pkw noch etwa 500 Meter über das Gleisbett mitgeschleift. Der Zug war zu diesem Zeitpunkt mit 160 Kilometern pro Stunde unterwegs. Der Wagen war so stark unter dem Triebfahrzeug verkeilt, dass es für die Rettungskräfte zunächst kein herankommen an die Fahrerin gab. Nur mit Mühe konnte der Rettungsdienst sich einen Zugang zu den Insassen verschaffen. Allerdings kam hier jede Hilfe zu spät. Die Frau war auf der Stelle tot. Die 23-Jährige stammte aus der Region Sternberg, erklärte eine Polizeisprecherin am Mittwoch.

Da zunächst umfangreiche Spurensicherungen durch die Polizei durchgeführt wurden, mussten die Passagiere über drei Stunden im Zug auszuharren. Um sich einen Überblick über die großräumige Unfallstelle zu machen und auch, um nach eventuell herausgeschleuderten Insassen zu suchen, kam ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera zum Einsatz. Auch ein Gutachter der DEKRA wurde hinzugezogen. Nachdem die polizeilichen Maßnahmen auf der Strecke beendet waren und ein Ersatzzug beordert worden war, konnten die Reisenden nach und nach umsteigen und dann den Rest ihrer Reise nach Rostock antreten.

Anschließend zerlegten die Feuerwehren aus Kassow und Schwaan das Fahrzeug und bargen den Leichnam der Frau. Zur Befreiung des völlig zerquetschten und unter dem Zug verkeilten Peugeot kam auch ein Hilfszug der Deutschen Bahn AG zum Einsatz. Mit Hilfe der Lokomotive wurde der Kleinwagen unter dem Drehkranz des Regionalexpresses hervorgezogen.

Derweil begannen Mitarbeiter der Bahn die Strecke und den Bahnübergang auf Schäden zu untersuchen. Wann die Strecke aber wieder freigegeben werden kann, steht derzeit noch nicht fest. Der gesamte Zugverkehr musste auf die längere Ausweichroute von Rostock nach Güstrow umgeleitet werden.

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