Webshop geht offline : Aus für den Verkaufsschlager: Naketano stellt Betrieb ein

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Ende diesen Jahres wird der Webshop von Naketano offline gehen.

Das Essener Modelabel Naketano wird Ende 2018 aus den Läden verschwinden. Das hat die Geschäftsleitung verkündet.

shz.de von
04. Januar 2018, 10:25 Uhr

Essen | Die Kapuzenpullis mit dicker weißer Kordel am Kragen sind ein Markenzeichen des Essener Modelabels Naketano. Ende des Jahres werden sie nun aus dem Einzelhandel verschwinden. Völlig überraschend haben die Geschäftsführer des 2005 gegründeten Unternehmens das Aus zum 31. Dezember angekündigt. 

Die Herbst-Winter-Kollektion wird demnach die letzte des Unternehmens sein. „Wir liefern noch bis zum 31.12.2018. Der Webshop wird zum Ende des gleichen Tages offline gehen“, heißt es in einer Mitteilung der Geschäftsführung an den Handel, aus der das Branchenmagazin „Textilwirtschaft“ zitiert.

Verkauft werden Firma und Marke demnach nicht. Zu den Hintergründen, warum der Geschäftsbetrieb so plötzlich eingestellt wird, äußert sich die Geschäftsführung indes nicht. In dem Schreiben heißt es lediglich: „Es wird Zeit für Veränderung.“ Eine Nachfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) bleibt unbeantwortet.

Eingebrochen waren die Gewinne des Unternehmens, das wegen seiner sexistischen Produktbezeichnungen auch in der Kritik stand, zuletzt nicht. 2015 lag der Jahresüberschuss laut Bundesanzeiger bei rund 10,2 Millionen Euro, nach 6,2 Millionen im Jahr zuvor. Der Umsatz lag bei rund 23 Millionen Euro. Neuere Zahlen wurden im Bundesanzeiger bislang nicht veröffentlicht.

Seit Monaten kursierte in der Branche das Gerücht, die beiden Gründer und Geschäftsführer Sascha Pelijhan und Jozo Lonac wollten die Marke verkaufen. Kommentieren wollten sie dies nie. Für den Multilabel-Handel ist Naketano zu einer wichtigen Umsatzsäule geworden. „Naketano ist eine Mega-Cash-Cow. Wir haben mit der Kollektion in der vergangenen Saison ein Umsatzplus von 50 Prozent gemacht. Es wird schwierig, das zu kompensieren“, sagte ein Händler aus Norddeutschland der „Textilwirtschaft“.

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