zur Navigation springen

Weinstein-Skandal : Auch Sängerin Björk berichtet von Belästigung in Dänemark

vom

Auch die Isländerin hat im Filmgeschäft schlechte Erfahrungen gemacht. Woody Allen warnt vor Hexenjagd.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 10:22 Uhr

Reykjavík/Los Angeles | Nach den massiven Vorwürfen gegen Harvey Weinstein von sexueller Belästigung bis zur Vergewaltigung melden sich immer mehr Schauspielerinnen zu Wort, die mit Weinstein oder anderen im Filmgeschäft ähnliches erlebt haben. In einem Facebook-Post schildert am Sonntag auch die isländische Sängerin und Schauspielerin Björk ihre Erfahrungen an einem dänischen Set.

Die italienische Schauspielerin und Regisseurin Asia Argento und zwei weitere Frauen hatten den Stein ins Rollen gebracht. Sie sagten aus, dass Weinstein an ihnen Oralsex verübt oder sie zum Geschlechtsverkehr gezwungen habe. Insgesamt hätten 13 Frauen behauptet, zwischen den 90er Jahren und 2015 von ihm sexuell belästigt oder Opfer eines Übergriffs geworden zu sein.

„Die Frauen, die Online kein Blatt vor den Mund genommen haben, haben mich inspiriert, von meinen Erfahrungen mit einer dänischen Regisseur zu erzählen.“ Sie beschreibt, dass sie von ihm belästigt und angefasst wurde. „Das Filmgeschäft scheint das zu erlauben.“ Sie habe sich dem wiederholt entgegengesetzt. Der Regisseur habe daraufhin geschmollt und sie bestraft. Vor seinem Team habe er sie dann als „schwierig“ dargestellt.

Björk hofft, dass ihr Statement andere Schauspielerinnen und Schauspieler auf der ganzen Welt unterstützt. „Lasst uns das stoppen.“

Regisseur Woody Allen zeigt sich dagegen betrübt über die zahlreichen Vorwürfe gegen Filmproduzent Harvey Weinstein, warnt aber vor einer Hexenjagd. In dem Fall gebe es keine Gewinner, „es ist einfach sehr, sehr traurig und tragisch für die armen Frauen, die das durchmachen mussten“, sagte Allen der BBC. „Aber es sollte auch nicht zur Atmosphäre einer Hexenjagd führen, in der jeder Kerl, der in einem Büro einer Frau zuzwinkert, plötzlich einen Anwalt rufen muss“, sagte der 81-Jährige. „Das ist auch nicht richtig“.

Die ganze Harvey Weinstein Sache sei für alle Beteiligten sehr traurig. „Tragisch für die armen Frauen, die betroffen waren, traurig für Harvey, dass sein Leben so verkorkst ist.“ Er habe von den Vorwürfen gegen Weinstein nichts gewusst. „Niemand ist zu mir gekommen oder hat mir mit wirklicher Ernsthaftigkeit von diesen Horror-Geschichten erzählt“, sagte Allen. Allen selbst wird seit den 90er Jahren von seiner eigenen Tochter sexueller Missbrauch vorgeworfen. Laut BBC half Weinstein Woody Allen, seine Karriere nach Bekanntwerden der Vorwürfe wieder aufzubauen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen