Nach Schiesserei in Rendsburg Tödliche Gewalt gegen Beamte – ein Rückblick

Von dpa | 01.09.2014, 17:58 Uhr

Nach der Schießerei im Rendsburger Finanzamt werden Erinnerungen wach. Schläge, Schüsse, Messerstechereien: Schon häufiger endeten Auseinandersetzungen mit Beamten in Deutschland tödlich.

Rendsburg ist nach der Schießerei im Finanzamt schockiert. In deutschen Behörden gab es schon häufiger Vorfälle, bei denen wütende Kunden auf Mitarbeiter losgingen und diese schwer verletzten - in einigen Fällen wurden Angestellte sogar getötet.

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Tödliche Gewalt auf dem Amt


April 2013 in Hameln


Ein 74 Jahre alter Rentner erschießt den Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont (Niedersachsen). Tatort ist dessen Büro im Hamelner Kreishaus. Anschließend tötet sich der Täter selbst. Er soll jahrelang Ärger mit der Justiz gehabt haben.


April 2013 in Schleswig


Ein 57 Jahre alter Lastwagenfahrer ersticht eine Sachbearbeiterin der Führerscheinstelle Schleswig. Er wird später zu zehn Jahren Haft verurteilt.


September 2012 in Neuss


Ein 52 Jahre alter Mann stürmt in das Jobcenter im niederrheinischen Neuss und ersticht eine Mitarbeiterin mit einem Fleischermesser. Der Vater von fünf Kindern hatte der Behörde illegalen Handel mit seinen persönlichen Daten unterstellt.


Mai 2011 in Frankfurt


Eine 39-Jährige randaliert in einem Frankfurter Jobcenter und verletzt einen Polizisten mit dem Messer. Dessen Kollegin schießt und trifft die Frau tödlich.


Februar 2001 in Verden


Ein 46 Jahre alter Langzeitarbeitsloser tötet den Direktor des Arbeitsamtes in Verden in Niedersachsen mit 25 Stichen in den Kopf. Die Behörde hatte ihm zuvor die Unterstützung gestrichen.


Mai 1998 in Essen


Ein 69-Jähriger erschießt aus Rache und Hass auf die Justiz einen 52 Jahre alten Amtsrichter in Essen. Er feuert viermal auf den Richter in dessen Dienstzimmer. Dann tötet er sich selbst.


Dezember 1991 Westerrönfeld


60 Kugeln feuert Landwirt Klaus Jürgen Mumm am 12. Dezember 1991 aus einer Maschinenpistole auf zwei Vertreter des Abwasserzweckverbandes in Westerrönfeld ab. Sie sind auf der Stelle tot. Wenig später will Mumm das Rathaus von Fockbek in die Luft sprengen – doch er scheitert. Seine Tat hatte er in einer Anzeige angekündigt.