DOSB-Bewerberstadt Hamburg Olympia 2024: So geht es für Schleswig-Holstein weiter

Von Barbara Maas | 17.03.2015, 11:06 Uhr

Der DOSB will Olympia nach Hamburg holen. Kommen die Segelwettbewerbe nach Kiel oder Lübeck?

Der DOSB will Hamburg ins Rennen um die Olympia-Bewerbung schicken - und Schleswig-Holstein fragt sich: Was bedeutet das für uns? Die Planer können sich Handballspiele in Kiel und Flensburg vorstellen. Kommen die Segelwettbewerbe nach Kiel oder Lübeck-Travemünde? Oder nach Rostock-Warnemünde, gar Cuxhaven? Die Entscheidung werden der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), die Stadt Hamburg und die Sportfachverbände voraussichtlich im April treffen.

Zentrum des Sportspektakels in Hamburg soll eine „Olympic City“ auf einer Elbinsel, dem Kleinen Grasbrook, werden. Auf dem derzeit mit Gewerbe bebauten Gelände sind auf rund 775.000 Quadratmetern ein Olympiastadion mit 70.000 Plätzen, eine Olympia-Halle und ein Schwimmstadion mit jeweils 15.000 Plätzen geplant. Außerdem soll dort das olympische Dorf mit rund 3000 Wohnungen etwa 17.500 Athleten und Offiziellen Platz bieten.


In Kiel gibt man sich gelassen. „Erstmal warten wir auf den 21. März“, sagt Arne Gloy von der Pressestelle der Stadt. Denn dann soll der DOSB seinen endgültigen Beschluss fassen. Doch bei der Entscheidung am Samstag handelt es sich womöglich nur noch um eine Formsache. Das bekräftigt auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière: „Hamburg ist jetzt unser gemeinsamer Kandidat.“

Kiel kann sich Olympisches Segeln in Schilksee und Holtenau vorstellen. „Sollte Kiel Austragungsort für die Olympischen und Paralympischen Segelwettbewerbe werden, muss (...) die Standortenscheidung zwischen Schilksee und Holtenau unter Beteiligung der Öffentlichkeit vorbereitet werden. Sie soll voraussichtlich in der Ratsversammlung im September 2015 getroffen werden“, heißt es in einem Kieler Ratsbeschluss vom 29. Januar. Die Bürger sollen an Planungsworkshops teilnehmen können.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) rechnet sich für Kiel sehr gute Chancen aus „Ich bin extrem optimistisch für Kiel“, sagte er am Dienestag. „Wir sind als Segelstandort international bekannt und anerkannt und verfügen bereits über eine Olympia-Stützpunkt.“ Außerdem habe die Stadt, die sich „Sailing City“ nennt, den Rückenwind von rund 20.000 aktiven Seglern. „Wir haben das beste Segelrevier und die besten Bedingungen“, sagte Kämpfer und resümierte: „Wird es Hamburg, wird es Kiel.“

„Das ist eine tolle Entscheidung“, sagt Lübecks Pressesprecher Marc Langentepe. „Wir verbreiten jetzt weiter gute Stimmung.“ Lübeck habe durch die Entscheidung für Hamburg natürlich bessere Chancen als bei einer Berlin-Bewerbung. „Berlin war relativ festgelegt auf Rostock-Warnemünde.“ Jetzt wolle man die Segelwettbewerbe nach Lübeck holen. Wie in Kiel gibt es auch in Lübeck im Herbst eine Bürgerbefragung.

„Wir sind uns der Außenseiterrolle bewusst“, sagt Langentepe. Schließlich wurden alle deutschen Olympia-Segelwettbewerbe in Kiel ausgetragen: 936 war Kiel Außenrevier Berlins, 1972 Münchens Partner. Die Stadt vertraue aber auf ihr Konzept - inklusive relativ niedriger Investitionskosten. Und: „Die Travemünder Woche ist zwar etwas kleiner als die Kieler Woche.“ Das sei aber nicht so wichtig. Denn die Olympischen Segelwettbewerbe machten nur etwa ein Drittel der Travemünder Woche aus.

Nach Ansicht von Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) spricht die Nähe zu Hamburg für die Hansestadt, außerdem die Regattabahnen in Sichtweite der Zuschauer und die Nachhaltigkeit. „Die gesamte Infrastruktur einschließlich des olympischen Dorfes ist praktisch schon vorhanden“, sagte Saxe. „Das Rennen zwischen Kiel und Lübeck ist noch nicht entschieden. Lübecks Chancen stehen 50 zu 50.“

Nicht nur Hamburg und Schleswig-Holstein sollen olympisch werden: Für die Austragung der Volleyball- und Basketballspiele könnten Hallen in Bremen, Rostock und Schwerin einbezogen werden. In Niedersachsen ist das Vielseitigkeitsreiten in Luhmühlen vorgesehen, die Sportschützen könnten in Garlstorf antreten und die Golfer auf Gut Kaden spielen.

Wie geht es mit der Deutschen Bewerbung weiter? Die nächsten Etappen:

Mehr Informationen:

Fahrplan


15. September 2015: Anmeldung der Kandidatur


15. September: Der DOSB und die Ausrichterstadt melden beim Internationalen Olympischen Kommitee (IOC) die Kandidatur für die Ausrichtung der XXXIII. Olympischen Spielen an.


7.-9. Oktober 2015


IOC-Seminar zur Information der Bewerberstädte für Olympia 2024.


29. November 2015: Bürgerentscheide in Hamburg und Kiel


Am 29. November müssen die Einwohner der Stadt in einem Referendum über eine Olympia- Bewerbung abstimmen. Gleiches gilt für Hamburgs Segel-Partner Kiel.


8. Januar 2016: Bewerbungsunterlagen


Abgabe der ersten Bewerbungsunterlagen beim IOC. Das sogenannte Mini Bid Book der Bewerberstädte wird rund 80 Seiten umfassen.


April/Mai 2016


Das IOC-Exekutivkomitee wählt die Kandidatenstädte aus.


5.-21. August 2016: Olympia in Rio


Die Kandidatenstädte nehmen bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro am Beobachterprogramm des IOC teil.


Januar 2017


Alle Kandidatenstädte müssen die entscheidenden Bewerbungsunterlagen und Garantieerklärungen beim IOC einreichen.


Februar/März 2017


Besuch der IOC-Evaluierungskommission in den Kandidatenstädten.


Juni 2017


Veröffentlichung des IOC-Evaluierungsberichtes.


Sommer 2017


Die IOC-Session wählt in Lima/Peru die Olympia-Stadt für die Sommerspiele 2024.

Mehr Informationen:

2024


15. September 2015: Anmeldung der Kandidatur


15. September: Der DOSB und die Ausrichterstadt melden beim Internationalen Olympischen Kommitee (IOC) die Kandidatur für die Ausrichtung der XXXIII. Olympischen Spielen an.


7.-9. Oktober 2015


IOC-Seminar zur Information der Bewerberstädte für Olympia 2024.


29. November 2015: Bürgerentscheide in Hamburg und Kiel


Am 29. November müssen die Einwohner der Stadt in einem Referendum über eine Olympia- Bewerbung abstimmen. Gleiches gilt für Hamburgs Segel-Partner Kiel.


8. Januar 2016: Bewerbungsunterlagen


Abgabe der ersten Bewerbungsunterlagen beim IOC. Das sogenannte Mini Bid Book der Bewerberstädte wird rund 80 Seiten umfassen.


April/Mai 2016


Das IOC-Exekutivkomitee wählt die Kandidatenstädte aus.


5.-21. August 2016: Olympia in Rio


Die Kandidatenstädte nehmen bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro am Beobachterprogramm des IOC teil.


Januar 2017


Alle Kandidatenstädte müssen die entscheidenden Bewerbungsunterlagen und Garantieerklärungen beim IOC einreichen.


Februar/März 2017


Besuch der IOC-Evaluierungskommission in den Kandidatenstädten.


Juni 2017


Veröffentlichung des IOC-Evaluierungsberichtes.


Sommer 2017


Die IOC-Session wählt in Lima/Peru die Olympia-Stadt für die Sommerspiele 2024.

Mit dpa