Preisverfall Krabbenfischer bleiben im Hafen

Von dpa | 09.05.2011, 10:50 Uhr

Vorläufig keine frischen Nordseekrabben mehr: Die Fischer wollen ihren Fangstopp fortsetzen. Sie klagen wegen eines Preisverfalls über akute Existenznöte.

Bei Erzeugerpreisen von zuletzt 1,57 Euro drohe mindestens jedem fünften Betrieb die Insolvenz, erklärte der Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft für Krabbenfischer in Büsum, André Hamann. Die Fischer bräuchten im Durchschnitt drei Euro für das Kilo. Zum Vergleich: Der Großhandelspreis für Nordseekrabben liegt um 20 Euro, der Einzelhandelspreis zwischen 30 und 40 Euro.
Zwar gebe es inzwischen ein höheres Angebot des Handels: Der Kilopreis von 2,25 Euro sei jedoch für sämtliche rund 400 Kutter in Deutschland, Dänemark und Holland auf eine Gesamtmenge von zwei Tonnen begrenzt und gelte nur eine Woche lang. "Das ist noch weit von unseren Zielvorstellungen entfernt und deckt nicht die bei der Fischerei entstehenden Kosten", sagte Hamann. "Deswegen werden wir weiterhin im Hafen liegen bleiben."
Rückenstärkung im Überlebenskampf bekamen die Kutterbesitzer auch von der Politik: "Nur wenn die Fischer weiter zusammenstehen und gemeinsam die angelandete Menge der Krabben begrenzen, werden sie Erfolg haben", sagte Schleswig-Holsteins Fischereiministerin Juliane Rumpf (CDU). Rumpf sagte den Fischern eine vorgezogene Auszahlung der sogenannten Sozialvergütung zu. Sie will sich auch beim Bund dafür einsetzen, dass die prämienbegünstigten Stillliegetage in der Krabbenfischerei erhöht werden. Außerdem werde geprüft, ob die Steuervorauszahlungen gestundet werden können.
(shz)