Fragen und Antworten Haus-Explosion in Itzehoe – wie geht es weiter?

Von Hauke Mormann | 11.03.2014, 12:14 Uhr

Rund 100 Itzehoer haben nach der Explosion in der Schützenstraße vorerst keine Bleibe mehr. Die Stadt nimmt Spenden für die Betroffenen entgegen, die Stadtwerke prüfen die Gasleitungen.

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Fragen und Antworten

Viele der umliegenden Gebäude sind stark beschädigt. „Sie sind nicht mehr bewohnbar, teilweise sind ganze Wände eingestürzt“, sagt Itzehoes Bürgermeister Andreas Koeppen. Statiker müssen deshalb prüfen, welche Häuser überhaupt wieder betreten werden dürfen. In Begleitung von Feuerwehrleuten durften die Bewohner am Abend nach dem Unglück das Nötigste aus ihren Wohnungen holen.Weil zahlreiche Häuser ohne Fensterscheiben sind, patrouillieren Polizisten einer Einsatzhundertschaft aus Eutin in den Straßen, um die Wohnungen vor Plünderern zu schützen.

Für Gebäudeschäden kommt bei Hausbesitzern eine Gebäudeversicherung auf. Beschädigte Gegenstände in der Wohnung werden über eine Hausratversicherung ersetzt. „Die zahlt in der Regel auch Kosten für Übernachtungen im Hotel oder in einer Ferienwohnung“, erklärt Thiess Johannsen, Sprecher der Itzehoer Versicherungen. Je nach Vertrag können das bis zu 200 Nächte sein.Wenn ein Auto durch die Explosion beschädigt oder zerstört wurde, tritt in der Regel die Teilkaskoversicherung ein. Geschädigte sollten sich direkt bei ihrer Versicherung melden.

Rund 100 Itzehoer sind nach der Haus-Explosion in der Schützenstraße vorübergehend obdachlos. Die erste Nacht nach dem Unglück verbrachten laut Andrea Hülsen vom Sozialamt vier in einem ehemaligen Internat im 15 Kilometer entfernten Kellinghusen. Die anderen kamen in Hotels, Pensionen und bei Freunden unter. Hülsen koordiniert die Vermittlung der Unterkünfte. Sie ist telefonisch erreichbar unter 04821-603-391 und per Mail über andrea.huelsen@itzehoe.de. Die Solidarität der Itzehoer ist groß, sagt sie: „Ich bin überrascht, wie viele Wohnraumangebote schon gekommen sind.“

Die Stadt Itzehoe hat ein Spendenkonto eingerichtet bei der Sparkasse Westholstein, IBAN: DE74 2225 0020 0090 2402 76; BIC: NOLADE21WHO. Bankleitzahl: 22250020 und Kontonummer: 90240276.Ansprechpartnerinnen für Geldspenden sind bei der Stadt Itzehoe Jana Scheunemann, Tel. 04821-603-247, jana.scheunemann@itzehoe.de und Mandy Zinke, Tel. 04821-603-311, mandy.zinke@itzehoe.deAnsprechpartner für Sachspenden ist die AWO Itzehoe, Frau Schiffler / Frau Paulsen, Tel.: 04821 – 892668, Mo.-Do.: 8-17 Uhr, Fr.: 8-12 Uhr.Auch private Spendenaktionen sind bereits angelaufen. Die Kontakte:Norddeutsches BrummitreffenFahrschule VINFeldmannstr. 1a, Itzehoe8 bis 17 UhrTel: 0152-33599214Abholung möglichNicole BußSteinkamp 4, Lägerdorf8.30 bis 15 Uhr und 17 bis 21 UhrTel: 04828-249249Jacqueline WegnerAn der Haidkoppel 30, HohenlockstedtganztägigTel: 0152-37129047Die gesammelten Spenden werden per LKW vom Verein Norddeutsches Brummitreffen abgeholt und zentral in Itzehoe gelagert. Abholung aller Sachspenden, auch größere Möbelstücke, ist in ganz Schleswig-Holstein möglich.

Die Kirchen in Itzehoe richten einen Gottesdienst in der zentralen St. Laurentii-Kirche (Kirchenstraße 10) aus. Am Donnerstag (13. März) um 18.30 Uhr wird Propst Thomas Bergemann den ökomenischen Gottesdienst leiten, kündigt Kirchensprecherin Natalie Lux an.

Mit einer so genannten Druckprüfung gehen Experten der Stadtwerke Itzehoe auf die Suche nach einer möglichen undichten Stelle in den Leitungen der Moltkestraße und Schützenstraße. Dazu leiten sie Stickstoff durch die Rohre. Diese Druckprüfung funktioniere ähnlich wie bei einem kaputten Fahrradreifen, den man aufpumpt, um zu prüfen, an welcher Stelle die Luft entweicht, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Tenfelde. Die Prüfung dauert einen Tag.

Erdgas selbst riecht nicht. Deshalb ist es mit einem Geruchsstoff versetzt. Wie er riecht, vermitteln Postkarten, die bei den Stadtwerken Itzehoe erhältlich sind. Wer Gasgeruch wahrnimmt, sollte sofort das Gebäude verlassen, keine elektrischen Schalter betätigen und alles vermeiden, was Funken schlägt oder Feuer verursacht. Danach die Störungsstelle des Gasversorgers anrufen.Der Bevölkerung rät Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Tenfelde, das Gas weiter wie gewohnt zu nutzen.