Haubenlerche vom Aussterben bedroht Für den Vogelschutz: Landkreis in Süddeutschland stellt Katzen unter Hausarrest

Von dpa und Jakob Patzke | 18.05.2022, 18:10 Uhr

Radikale Maßnahme für den Vogelschutz: Viele Bewohner der Stadt Walldorf im Rhein-Neckar-Kreis müssen ihre Hauskatzen ab sofort den ganzen Sommer über einsperren. Wegen der drastischen Regelungen formiert sich nun Kritik.

Die Maßnahme soll die vom Aussterben bedrohte Haubenlerche schützen, erklärte das Landratsamt die Erlassung einer entsprechenden Allgemeinverfügung. Demnach dürfen Hauskatzen im südlichen Teil der Stadt bis Ende August 2022 sowie die nächsten drei Jahre jeweils von April bis August nicht mehr vor die Tür. Für den Fortbestand der Art komme es „auf das Überleben jedes einzelnen Jungvogels“ an, teilte der Landkreis mit.

Kritik vom Tierschutzverein

Der Tierschutzverein Wiesloch/Walldorf kündigte an, sich juristisch gegen die Allgemeinverfügung wehren zu wollen, wie die „Rhein-Neckar-Zeitung“ am Mittwoch berichtete. „Bewahren Sie bitte Ruhe“, richtete sich der Vereinsvorsitzende Volker Stutz dem Blatt zufolge an die Katzenhalter. „Ich versichere Ihnen, dass wir unser Bestes geben, um diese unverhältnismäßige Maßnahme zu stoppen.“

Der Bestand der Haubenlerche ist vor allem in Westeuropa äußerst gefährdet. Seit 1980 ist die europäische Gesamtpopulation um 98 Prozent geschrumpft. Als Grund für den Schwund werden unter anderem Nahrungsmangel und räumliche Veränderungen vermutet. Zudem fehlt es durch den Klimawandel bedingt häufig an geeigneter Nahrung, wie etwa Insekten.

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