Nordfriesland/Hamburg Friesen-Idee: Schwimmendes Solarkraftwerk

Von mone | 21.07.2009, 12:46 Uhr

Seine Ideen hat der gebürtige Nordfriese stets hartnäckig umgesetzt: So eröffnete der Wahl-Hamburger Broder Drees 1987 als erster West-Gastronom die Kneipe "Tschajka" in Leningrad, heute St. Petersburg.

Oder: Als 1991 Russland 1,6 Millionen Mark seines Geldes einfror, reagierte Drees, indem er die russische Insel "Fort Todtleben" mit acht Tonnen Trockeneis versah. Für Aufsehen sorgte er auch 2006 als Seebestatter, als er eine Brot-Urne mit den Überresten eines U-Boot-Funkers im nordfriesischen Wattenmeer vor Amrum ins Wasser ließ.

Die neueste Idee des 63-Jährigen setzt auf Sonne und Sommer: Ein 20 Quadratkilometer großer schwimmender Teppich in Form einer Luftmatratze, bestückt mit Sonnenkollektoren, der vor der Westküste außerhalb der 12-Meilen-Zone fest verankert in der Nordsee Energie erzeugt. "Ich bin kein Rechner und kein Konstrukteur", sagt Broder Drees, aber "die ständigen Medienberichte über die Störfälle im Atomkraftwerk Krümmel, der dort produzierte Atommüll und die Aussagen der Politiker zu dem Thema nerven mich".

Er besann sich seiner Wurzeln in Nordfriesland. Teile seiner Kindheit verbrachte er auf der Insel Pellworm, wo sich ein Solar- und Windkraftpark als eines der größten Hy bridanlagen Europas befindet. So knüpfte er Kontakt zum Bürgermeister, lernte den Pellwormer Diplom-Ingenieur Dieter Claussen, Experte für regenerative Energien, kennen. "Theoretisch könnte das gehen", sagt Claussen unserer Zeitung zur Idee des Hanseaten. Ein Quadratkilometer Solarfläche würde alleine 160 Megawatt Leistung bringen. Doch er sieht auch Probleme: Bei Sturm, wenn das Salzwasser der rauen See die Solarkollektoren überschwemmen. Auch andere technische Unwegsamkeiten seien nur mit immensem Aufwand lösbar. Broder Drees schreckt die Aussage nicht, er hält an seinem Vorhaben fest: "Ich will kein Unternehmer in solchen Dingen werden, ich suche nur nach Menschen, unter anderem auch Politiker, die meine Vision mit verfolgen wollen."

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