Darmstadt "Bombenleger von Viernheim" gesteht - ohne Zeichen von Reue

Von dpa | 28.04.2010, 03:59 Uhr

Sprengsätze gegen Privathäuser, Schüsse aus dem Sturmgewehr - und dann ein fast 28 Stunden dauernder Nervenkrieg mit der Polizei in der zur Festung ausgebauten Wohnung: Ein als "Bombenleger von Viernheim" bekannt gewordener Mann hat gestern vor dem Landgericht Darmstadt gestanden, im vergangenen August zwei Wohnhäuser in Südhessen und Nordbaden angegriffen zu haben.

Eine Familie war im Urlaub, die andere konnte sich in Sicherheit bringen. Den Vorwurf des Mordes bestreitet er aber vehement und ohne ein Anzeichen von Reue. Bei seinen Angriffen auf die beiden Wohnhäuser trug der Mann Militärkleidung und eine Gasmaske. Sprengstoffspezialisten brauchten drei Tage, um das in Wohnung und Garten gehortete Waffenarsenal - allein 15 800 Schuss Munition, Schusswaffen, Dutzende Handgranaten und Sprengstoff - abzutransportieren.

Mutmaßliches Motiv ist ein Streit um Geld: Der Handwerker habe Arbeiten in den Häusern nicht ordnungsgemäß ausgeführt, die Auftraggeber hätten deshalb Teile des Lohns einbehalten, so die Anklagebehörde. Dem Mann drohen bis zu zehn Jahre Haft.