Vattenfall AKW Brunsbüttel: Defekte Brennstäbe per Lkw nach Schweden gebracht

Von dpa | 21.02.2018, 16:00 Uhr

Die Genehmigung liegt seit drei Wochen vor, seitdem wurden die Brennstäbe klammheimlich nach Studsvik geliefert.

13 defekte Brennstäbe aus dem Reaktorbetrieb des abgeschalteten Atomkraftwerks Brunsbüttel sind jetzt in einem Forschungsinstitut in Schweden eingetroffen. Das teilte das Energieministerium in Kiel am Mittwoch mit. Der Stromkonzern Vattenfall will die Brennstäbe in einer kerntechnischen Forschungsanlage in Studsvik südlich von Stockholm untersuchen lassen. Sie wurden in den vergangenen drei Wochen mit drei Lkw-Transporten über Dänemark nach Schweden gebracht.

Defekte Brennstäbe: Vattenfall bringt Atommüll nach Schweden

Die Betreibergesellschaft erwarte Erkenntnisse für die Anforderungen an die Zwischenlagerung von Defektstäben, teilte das Ministerium mit. Diese Erkenntnisse könnten dann auch anderen Betreibergesellschaften zugutekommen. Vattenfall will nach eigenen Angaben erforschen, wie man sehr lange in Wasser aufbewahrte Brennstäbe am besten trocken lagern kann. Atomkraftgegner halten den Transport für einen Verstoß gegen das Atomgesetz.

Die 13 Brennstäbe waren im Laufe der Betriebszeit des AKW Brunsbüttel seit den Siebzigerjahren wegen Schäden aus dem zugehörigen Brennelement entnommen worden. Das AKW Brunsbüttel hatte 2011 die Berechtigung zum Leistungsbetrieb verloren und befindet sich seitdem im sogenannten Nachbetrieb. 2012 beantragte Betreiber Vattenfall die Stilllegung und den Abbau. Nunmehr ist im Kraftwerk kein Kernbrennstoff mehr. Die radioaktiven Abfälle verbleiben bei der schwedischen Forschungseinrichtung.