zur Navigation springen

iPhone 6 Plus : Apple: #Bendgate geht in die nächste Runde

vom

Biegt es sich oder nicht? Zwei Teenager beschädigen das iPhone 6 Plus im Apple-Store und die Kooperation mit der Computer Bild wird gestrichen. Apple scheint getroffen.

shz.de von
erstellt am 30.09.2014 | 17:00 Uhr

Cupertino | Der Ablauf hat Tradition: Warten auf neue iPhones, lange Schlangen vor den Apple-Geschäften – und dann machen sich einige Leute daran, die frischen Geräte medienwirksam zu zerstören. In den vergangenen Tagen wurde vor allem das größere Modell iPhone 6 Plus unter anderem durchschossen, mit flüssigem Stickstoff eingefroren, aus einer Höhe von über zwei Kilometern abgeworfen und in einem Standmixer zerschreddert. Die entsprechenden Videos werden zum Beispiel bei YouTube munter angeklickt.

Praktischere Bedeutung für Nutzer im Alltag könnte die Frage haben, ob das dünne Aluminium-Gehäuse des bisher größten iPhones sich eventuell zu leicht verbiegen lässt. Unter dem Hashtag #Bendgate kam die Frage bei Twitter vor zwei Wochen zum ersten Mal auf, nachdem der Schöpfer des YouTube-Kanals „Unbox Therapy“, Lewis Hilsenteger, ein Video veröffentlichte, das zeigt, wie er ein iPhone 6 Plus mit bloßen Händen verbiegt. Das iPhone sei schon vor dem Kraftakt vor laufender Kamera leicht angebogen gewesen, räumte der „Unbox“-Macher später ein.

Der Test dürfte auch nicht unbedingt wissenschaftlich fundiert sein. Dem Videoblogger könnte der viereinhalb Minuten lange Clip aber inzwischen nach den bekannten YouTube-Tarifen mit über 20 Millionen Klicks um die 100.000 Dollar an Werbeeinnahmen eingebracht haben. Apple wiederum schien Bendgate zunächst gut zu meistern. Mit einem Dementi sowie die Aussage in den ersten sechs Tagen seien lediglich neun Beschwerden bei dem Unternehmen eingegangen sollte das Gerücht aus der Welt geschaffen werden.

Doch die Rechnung hat Apple ohne seine User gemacht. Innerhalb kürzester Zeit fand Hilsenteger zahlreiche Nachahmer. Darunter auch zwei besonders dreiste Teenager aus Großbritannien, die den Test am Objekt kurzerhand in einen Apple-Store verlegten – mit Erfolg. Heimlich filmten sich die Jungen dabei, wie sie die Ausstellungsstücke mit deutlich sichtbaren Beulen versehen.

Den Vorwurf der mutwilligen Sachbeschädigung weisen die Teenager bereits im Vorfeld frech von sich: „Um ehrlich zu sein, ist uns das ziemlich egal. Es ist schließlich Apples Schuld.“ Das Originalvideo wurde jedoch inzwischen gelöscht.

Der Praxistest der Computer Bild sorgte am Dienstag für einen kleinen Skandal. Nachdem es auch Chefredakteur Axel Telzerow gelang, das Gerät mit überschaubarem Kraftaufwand zu beschädigen, kündigte Apple kurzerhand die Kooperation mit dem Magazin. Künftig soll die Computer Bild weder Testgeräte noch Einladungen zu Events erhalten.

Auch Konkurrenten sprangen auf den Bendgate-Zug auf. Apples Erzrivale Samsung betonte in einem Tweet, seine Smartphones hätten extra und nicht durch Zufall gekrümmte Bildschirme.

Die Süßigkeiten-Marken „KitKat“ und „Ritter Sport“ sahen in der Situation eine perfekte Überleitung zu ihren üblichen Werbeslogans. „Wir verbiegen nicht, wir brechen“, hieß es in einem Tweet zum Foto eines durchgebrochenen „KitKat “-Riegels, „Knicken statt biegen!“, forderte „Ritter Sport“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen