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Islamistischer Terror : Anschlag an der Elfenbeinküste: Deutsche unter den Opfern

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Aus der Onlineredaktion

Mindestens 22 Menschen sind bei Anschlägen auf drei Hotels an der Elfenbeinküste gestorben. Eine Deutsche ist unter den Opfern.

Berlin/Abidjan | Bei den islamistischen Terroranschlägen auf drei Hotels in der Elfenbeinküste ist auch eine Deutsche getötet worden. Dies bestätigte Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Montag in Berlin. Insgesamt starben bei der Terrorserie in dem westafrikanischen Land am Sonntag mindestens 22 Menschen. Die Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) bekannte sich zu der Tat.

Anschläge in Urlaubsorten wie zuletzt in Istanbul verunsichern Touristen. Man geht davon aus, dass künftig viele auf Ziele in Europa ausweichen - wie beispielsweise Spanien.

Steinmeier rief die Weltgemeinschaft auf, im Kampf gegen den Terror zusammenzuhalten. Zur Identität der getöteten Bundesbürgerin machte das Auswärtige Amt keine Angaben. Weitere deutsche Opfer wurden nicht bestätigt.

Nach Informationen des Radiosenders „Deutsche Welle“ handelt es sich bei dem deutschen Opfer um die Leiterin des dortigen Goethe-Instituts, Henrike Grohs. Die Zentrale des deutschsprachigen Kulturinstituts bestätigte am Montag entsprechende Informationen des Radiosenders. Die 51-Jährige hatte das Goethe-Institut in dem westafrikanischen Land seit Dezember 2013 geleitet. Zuvor war die studierte Völkerkundlerin in Südafrika tätig. Mehrere Jahre lang arbeitete Grohs auch in Bildungsprojekten der Berliner Philharmoniker.

Unter den Toten befinden sich auch ein Franzose, ein Kameruner sowie eine Person aus Burkina Faso. Das sagte ein Militärsprecher aus der Elfenbeinküste der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Der ivorische Innenminister Ahmed Bakayoko hatte am Sonntag im Fernsehsender RTI von deutschen und anderen ausländischen Opfern gesprochen.

Mehrere bewaffnete Männer hatten am Sonntag in Grand-Bassam, rund 40 Kilometer südöstlich der Wirtschaftsmetropole Abidjan, das Feuer auf Hotelbesucher eröffnet. Bei den Anschlägen wurden nach Angaben der Behörden auch zwei Soldaten und sechs der Angreifer getötet. Mindestens 22 Menschen wurden verletzt. Die Identität der Angreifer konnte zunächst nicht festgestellt werden.

AQMI übernahm auf dem der Miliz nahestehenden Nachrichtenportal Al-Akhbar Verantwortung für die Anschläge. „Dank Allah, dem Allmächtigen, konnten Ritter der Al-Kaida im Islamischen Maghreb in den Urlaubsort einbrechen“, schrieb die sunnitische Terrororganisation, die ihre Ursprünge in Algerien hat. Die Al-Kaida im Islamischen Maghreb ist unter anderem in Mali, Marokko, Tunesien und Algerien aktiv.

Die Regierung der Elfenbeinküste berief für Montag eine Krisensitzung des Kabinetts in Abidjan ein. Sie kündigte eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen in dem westafrikanischen Land an.

Die Bundesregierung hat die Anschläge in der Türkei und in der Elfenbeinküste scharf verurteilt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag, es herrsche „Abscheu vor Bewegungen oder Ideologien, die nichts als Hass und Tod säen können“. Die Solidarität gelte den Menschen in der Elfenbeinküste ebenso wie in der Türkei. In Ankara waren bei einem Anschlag mindestens 37 Menschen getötet worden, in der Elfenbeinküste gab es bei einer Terrorserie mindestens 22 Tote.

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erstellt am 14.Mär.2016 | 15:04 Uhr

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