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Sachsen : Anschläge auf Asylheime: Polizeipräsident spricht von „Pogromstimmung“

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In Chemnitz, Grimma und Leipzig haben Unbekannte Asylunterkünfte angegriffen. Die Ermittler suchen nach Zeugen. Sie gehen von fremdenfeindlichen Motiven aus.

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2016 | 19:56 Uhr

Fünf Asylunterkünfte in Sachsen waren am Wochenende Ziel von Anschlägen. In vier Fällen geht der Staatsschutz von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. „In drei Fällen wird wegen Sachbeschädigung ermittelt, in einem Fall wurde Anzeige wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion aufgenommen“, teilte das Operative Abwehrzentrum (OAZ) am Montag mit. Betroffen waren Einrichtungen in Chemnitz, Grimma und zwei Leipziger Stadtteilen. Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz sagte in einem Interview der „Leipziger Volkszeitung“, im gesamten Land „herrscht eine Pogromstimmung, die eine kreuzgefährliche Intensität bekommt“.

Die Zahl der Angriffe auf Asylheime ist in Sachsen relativ hoch. Eine Auflistung der politisch motivierten Straftaten zeigt, dass die Straftaten von rechts in erster Linie aus Hass oder Fremdenfeindlichkeit begangen werden. Im Oktober 2015 wurden 1717 Taten mit 105 Verletzten verzeichnet.

Menschen seien bei den Übergriffen am Freitag und Sonnabend nicht verletzt worden, hieß es. Merbitz betonte aber: „Angriffe gegen Asylunterkünfte sind feige Straftaten, die nicht nur die politische Gesinnung widerspiegeln, sondern auch die Unfähigkeit der Täter, Empathie, Rücksicht und Mitgefühl für Schutzbedürftige zu zeigen.“ In Leipzig versuchte am Freitagabend eine etwa fünfköpfige Gruppe einen selbst gebauten Sprengsatz vor der Fassade einer zukünftigen Asylunterkunft im Stadtteil Meusdorf zu zünden. Der Bausatz aus Spraydosen, Grillanzünder und Papier verursachte laut Polizei allerdings keinen Schaden. Ebenfalls am Freitagabend war eine Einrichtung in Grimma Ziel eines Anschlags: Unbekannte warfen laut Ermittler Steine auf eine Asylunterkunft im Stadtteil Bahren.

In der Nacht zum Samstag drang dann ein Unbekannter im Leipziger Stadtteil Holzhausen in das dortige Flüchtlingsheim ein. Der Täter verteilte ein Kraftstoffgemisch auf mehreren Etagen und versuchte dies anzuzünden. Das Feuer erlosch aber nach Polizeiangaben bereits auf der Fußmatte im Eingangsbereich.

Am späten Samstagabend wurden schließlich in Chemnitz mehrere Scheiben eines Flüchtlingsheimes beschädigt, als drei vermummte Männer Steine warfen. Nach einem Brand vor einer Asylunterkunft in Oelsnitz (Vogtlandkreis) ermittele die Polizei in alle Richtungen, hieß es.

 

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