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Terror-Anschläge in Paris : Angriff auf „Bataclan“: Dritter Attentäter identifiziert

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Der Mann aus Straßburg soll Ende 2013 nach Syrien gereist sein. Sein Name ist Foued Mohammed Aggad.

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2015 | 11:40 Uhr

Paris | Knapp einen Monat nach den islamistischen Terroranschlägen von Paris haben Fahnder nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP den dritten Selbstmordattentäter aus dem Konzertsaal „Bataclan“ identifiziert. Es handele sich um einen 23-jährigen Straßburger, der Ende 2013 nach Syrien gereist sein soll, schreibt die Agentur, die sich auf übereinstimmende Quellen beruft. Sein Name sei Foued Mohammed Aggad. Dies gab Premierminister Manuel Valls am Mittwoch im Fernsehsender BFM-TV bekannt. Er stamme aus dem Stadtteil La Meinau, das zum Teil zu den sozialen Problemvierteln Straßburgs gehört.

DNA-Vergleiche mit seinen Familienangehörigen in der vergangenen Woche hätten seine Identität offenbart, wurden Ermittlerkreise zitiert. Seine Mutter soll nach Angaben des Senders durch ein SMS aus Syrien vom Tod ihres Sohnes informiert worden sein.

Die Attacken wurden von drei Terrorkommandos verübt. Sieben Terroristen starben. Einer wurde erschossen, sechs sprengten sich in die Luft. Mindestens ein Terrorverdächtiger ist auf der Flucht. Der 26-jährige Salah Abdeslam, Bruder eines der Selbstmordattentäter.

Im „Bataclan“ hatten drei islamistische Terroristen am 13. November 90 Menschen erschossen. Seit der Wiedereröffnung als Konzerthalle 1983 finden im „Bataclan“ Pop- und Rockkonzerte statt. Am Tatabend spielte die US-Band „Eagles of Death Metal“ ein Konzert. Der Saal mit offiziell etwa 1500 Plätzen war ausverkauft.

Als erster „Bataclan“-Attentäter war der 29-jährige Franzose Omar Ismaïl Mostefaï identifiziert worden. Der mehrfach vorbestrafte Kleinkriminelle war den Behörden wegen seiner Radikalisierung bekannt, fiel aber bisher nicht im Zusammenhang mit Terrornetzwerken auf. Die Türkei will Frankreich aber 2014 vor Mostefaï gewarnt haben - ohne Reaktion.

Ebenfalls im „Bataclan“ sprengte sich Samy Amimour (28) in die Luft. Er wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht, nachdem er 2012 der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung beschuldigt wurde und 2013 untergetaucht war.

 

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