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Nach Selbstmordanschlag in Kabul : Afghanischer Geheimdienst verhaftet acht Männer

vom

Das Anschlagsziel war ein Minivan mit Angestellten eines TV-Senders. Sieben Menschen starben. Die Taliban drohen dem Sender mit der Auslöschung.

shz.de von
erstellt am 23.Jan.2016 | 10:45 Uhr

Kabul | Nach einem Selbstmordanschlag auf einen Bus mit Angestellten des afghanischen TV-Senders Tolo in Kabul am Mittwoch, hat der afghanische Geheimdienst NDS acht Männer verhaftet. Sie seien Mitglieder des Terrornetzwerks Hakkani, hieß es in einer Mitteilung des NDS vom Freitagabend. Das Netzwerk habe den Anschlag, bei dem sieben Menschen getötet wurden, geplant und ausgeführt. Die Männer seien im Dorf Hussain Chel im Distrikt Bagram bei Kabul festgenommen worden. Wann das war und welche Rolle die Männer bei dem Anschlag gespielt haben sollen, wurde nicht öffentlich gemacht.

Die Taliban erstarken in Afghanistan erneut und haben in der afghanischen Hauptstadt im vergangenen Monat mindestens sieben Anschläge verübt. Zuletzt war am Sonntag eine Rakete auf dem Gelände der italienischen Botschaft eingeschlagen. Zuvor hatten die Extremisten mehrere Anschläge nahe des Flughafens, auf ein von Ausländern bewohntes Hotel, die spanische Botschaft sowie auf ein von der afghanischen Elite und Ausländern besuchtes Restaurant verübt.

Die Taliban bekannten sich zu der Tat und rechtfertigten sie mit Tolos Anti-Taliban-Berichterstattung. Der Sender sei Teil eines „Spionage- und Propaganda-Apparats“ der USA. Schon im Oktober hatten die Taliban den beiden afghanischen Sender Tolo TV und TV1 mit der Auslöschung gedroht. Die Hakkani-Gruppe ist Teil der Taliban-Bewegung. Der Angriff hatte international Empörung hervorgerufen.

 

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