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Wrack der Malaysian Airlines : Absturz von Flug MH370: Die Suche nach der Maschine geht weiter

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Die auf der Insel La Réunion gefundene Flügelklappe ist als Teil des verschwundenen Flugzeugs der Malaysia Airlines identifiziert. Doch es bleiben weitere Fragen offen.

Kuala Lumpur/Paris | Ein erstes Wrackteil von Flug MH370 ist identifiziert, aber die Suche nach dem seit 17 Monaten vermissten Malaysia-Airlines-Flugzeug geht weiter. „Wir sind zuversichtlich, dass wir in der richtigen Gegend suchen und wir werden das Flugzeug dort finden“, sagte Martin Dolan, Chef der australischen Flugsicherheitsbehörde, dem Radiosender ABC am Donnerstag. Australien koordiniert die Suche nach dem Wrack im Indischen Ozean.

Das Flugzeug war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. An Bord waren 239 Menschen, unter ihnen 153 Chinesen. Satellitensignale legen nahe, dass die Maschine noch sieben Stunden Richtung Süden flog und abstürzte. Die Ursache für den plötzlichen Kurswechsel ist bis heute ein Rätsel.

Die Suche geht unvermindert weiter, versicherte der australische Regierungschef Tony Abbott. „Wir sind es den Familien der Vermissten schuldig, zu versuchen, dieses Rätsel zu lösen“, sagte er im Rundfunk. „Wir sind es den Menschen schuldig, die Flugreisen machen und sich in der Luft sicher fühlen wollen.“

Experten hätten die im Indischen Ozean angeschwemmte Flügelklappe Flug MH370 zugeordnet, hatte der malaysische Regierungschef Najib Razak am Mittwochabend berichtet. Erste Analysen hätten „endgültig bestätigt“, dass es sich um ein Teil der Boeing 777 handelt.

Die französische Justiz sprach etwas vorsichtiger von einer „sehr starken Vermutung“, die durch die weiteren Untersuchungen bestätigt werden solle. Auch der zuständige australische Minister Warren Truss blieb zurückhaltend: „Das Untersuchungsteam unter französischer Leitung arbeitet weiter an der abschließenden Beurteilung des Teils und wir warten auf weitere Details von dem Team.“ Wann deren Ergebnisse vorliegen, ist offen.

Nach Einschätzung von Forschern könnten beispielsweise die Muscheln auf dem Wrackteil Hinweise darauf geben, in welcher Region das Flugzeug ins Meer stürzte. Zudem könnte die Analyse des Materials Rückschlüsse auf Stärke und Winkel des Aufpralls erlauben, wie der Luftfahrtexperte Xavier Tytelman in einem Gastbeitrag für die französische „Huffington Post“ erläuterte.

Die Familien der chinesischen Passagiere reagierten mit Skepsis auf die vermeintliche Identifizierung des Wrackteils. „Es ist zu früh zu sagen, dass es vorbei ist“, sagte Wang Zheng, dessen Eltern in der Maschine waren. Manche Angehörige halten an der Möglichkeit fest, dass die Maschine entführt wurde oder notgelandet ist und die Insassen noch leben. „Ich bekomme das Gefühl, dass Malaysia diese Sache so schnell wie möglich abschließen will, anstatt auf unsere Zweifel einzugehen.“ Ähnlich äußerte sich Zhao Shuguo, dessen 19-jährige Tochter an Bord war: „Malaysia will das Problem so schnell wie möglich und so billig wie möglich lösen.“

Malaysia Airlines sprach von einem wichtigen Durchbruch für die Aufklärung des Falls. „Wir erwarten und hoffen, dass weitere Objekte gefunden werden, die uns helfen können, dieses Rätsel zu lösen.“ Malaysias Regierungschef beteuerte, die Regierung werde alles tun, „um die Wahrheit über das herauszufinden, was passiert ist“.

Experten aus Malaysia, China, Australien, Singapur, Frankreich und den USA hatten das Wrackteil am Mittwoch in Balma bei Toulouse untersucht. Es war vergangene Woche an der Küste der zu Frankreich gehörenden Insel La Réunion östlich von Afrika angeschwemmt worden.

Die Chronologie von Flug MH370

8. März 2014: Die Airline teilt mit, der Kontakt sei kurz nach dem Start abgebrochen. Die Boeing 777 war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Vor Vietnam beginnt eine internationale Suche.
14. März: Die Suche konzentriert sich auf den Indischen Ozean - Hunderte Kilometer westlich der ursprünglichen Flugroute.
15. März: Die Ermittler vermuten Sabotage. Die Boeing sei nach dem letzten Kontakt stundenlang auf neuem Kurs geflogen. Wahrscheinlich wurden Kommunikationssysteme absichtlich abgeschaltet, heißt es.
24. März: Neuen Analysen zufolge ist das Flugzeug in den südlichen Indischen Ozean gestürzt. Das letzte Signal wurde laut malaysischer Regierung westlich der australischen Stadt Perth empfangen.
29. Mai: Die Maschine liege nicht im vermuteten Absturzgebiet, teilt das Koordinationszentrum mit.
20. Juni: Nach einer neuen Datenanalyse ist das Flugzeug wahrscheinlich weiter südlich als angenommen abgestürzt.
26. Juni: MH370 flog nach Einschätzung der Ermittler vor dem Absturz auf Autopilot.
28. August: Neueste Auswertungen legen nahe, dass das Flugzeug womöglich etwas früher Richtung Süden abdrehte.
5. Oktober: Die Suche wird in einem neu eingegrenzten Gebiet wieder aufgenommen.
29. Januar 2015: Malaysia erklärt alle Passagiere des vermissten Flugzeugs für tot. Die Suche nach der Maschine geht weiter.
8. März: Ein von Malaysias Verkehrsministerium am Jahrestag des Verschwindens veröffentlichter Zwischenbericht enthält nichts Neues.
29. Juli: Ein Wrackteil vor der Insel La Réunion löst Spekulationen um mögliche Verbindungen zu Flug MH370 aus.
5. August: Die Untersuchung der Flügelklappe in einem Labor in Südfrankreich beweist, dass sie von Flug MH370 stammt.
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erstellt am 06.Aug.2015 | 08:08 Uhr

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