Prozess um Unfall auf der A7 : Abgefahrene Reifen sollen Schuld an tödlichem Unfall sein

Ein Mann rast über die A7. Ein Reifen verliert plötzlich Luft. Es kommt zum Unfall, der Beifahrer stirbt. Der Fahrer steht nun vor Gericht.

shz.de von
29. März 2017, 07:26 Uhr

Winsen | Abgefahrene Autoreifen sind aus Sicht der Staatsanwaltschaft ein Grund für einen tödlichen Verkehrsunfall auf der A7 im Landkreis Harburg gewesen. Der Fahrer des Wagens muss sich am Mittwoch (9.30 Uhr) vor dem Amtsgericht Winsen (Luhe) wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Aus Sicht der Anklagebehörde hätte der 24-Jährige erkennen müssen, dass die Reifen seines Wagens nicht mehr die erforderliche Profiltiefe hatten.

Den Ermittlungen zufolge fuhr der junge Mann am 15. Januar vergangenen Jahres mit einer Geschwindigkeit von mindestens 180 Stundenkilometern auf der Autobahn, als ein Reifen plötzlich Luft verlor. Der Wagen des Mannes prallte in Höhe Thieshope gegen eine Leitplanke. Der Beifahrer wurde aus dem Fahrzeug geschleudert. Er war nicht angeschnallt gewesen und starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Zwei auf der Rückbank sitzende Mitfahrer erlitten schwere innere Verletzungen.

Zum Auftakt des Prozesses sind mehrere Zeugen und ein Sachverständiger geladen. Da das Gericht bislang keine weiteren Termine angesetzt hat, kommt es möglicherweise noch am Mittwoch zu Plädoyers und einem Urteil.

Unfälle und Prozesse dieser Art sind aus Sicht des Deutschen Richterbundes keine Seltenheit. „Das ist ein typischer Fall“, sagte der Vorsitzende Jens Gnisa der Deutschen Presse-Agentur. Vergleichbare Verfahren wegen fahrlässiger Tötung habe es schon immer gegeben. Abgefahrene Reifen als Ursache für einen schweren Unfall seien nicht unüblich. Häufiger seien allerdings Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit oder wegen Alkoholkonsums.

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