Hagen : Ursache unklar: Häftling stirbt nach Legionellen-Infektion im Gefängnis

Die Justizvollzugsanstalt Hagen liegt direkt neben dem dortigen Landgericht. Foto: imago/biky
Die Justizvollzugsanstalt Hagen liegt direkt neben dem dortigen Landgericht. Foto: imago/biky

Der 47-Jährige sei im geschlossenen Vollzug untergebracht gewesen und hatte zunächst Grippe-Symptome gezeigt.

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17. Oktober 2018, 19:14 Uhr

Hagen | Ein Häftling des Gefängnisses in Hagen ist nach einer Legionellen-Infektion gestorben. Der 47-Jährige sei im geschlossenen Vollzug untergebracht gewesen, als er zunächst Grippe-Symptome gezeigt habe, teilte das Justizministerium von Nordrhein-Westfalen am Mittwoch in Düsseldorf mit. Trotz Behandlung zuletzt in einer Spezialklinik in Aachen sei er am vergangenen Freitag einem Multiorganversagen erlegen.

Ansteckung beim Duschen möglich

Das Gesundheitsamt der Stadt Hagen habe in der Justizvollzugsanstalt Wasserproben entnommen. Die Ergebnisse lägen noch nicht vor. Eine Möglichkeit sei eine Ansteckung beim Duschen: Im betroffenen Hafthaus würden die Duschen deshalb vorsorglich mit Filtern ausgerüstet. Bislang sei der 47-Jährige der einzige Gefangene mit einer solchen Infektion. Er war wegen Rauschgiftkriminalität zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden und hätte seine Strafe noch bis 2025 absitzen müssen.

Legionellen können zu Lungenentzündung führen, sind aber mit Antibiotika zu bekämpfen. Das Robert Koch-Institut registrierte 2016 rund 1000 in Deutschland und im Ausland erworbene Infektionen. 45 Menschen starben daran.

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