Beihilfe zum Mord in 36.000 Fällen : Staatsanwaltschaft klagt ehemaligen KZ-Wachmann an

Die KZ Gedenkstätte Mauthausen in Österreich.
Die KZ Gedenkstätte Mauthausen in Österreich.

Der 95-jährige Mann soll zwischen dem Sommer 1944 und dem Frühjahr 1945 Tötungen gefördert und erleichtert haben.

shz.de von
23. November 2018, 15:27 Uhr

Berlin | Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen ehemaligen KZ-Wachmann erhoben. Dem 95 Jahre alten Beschuldigten wird Beihilfe zum Mord in 36.000 Fällen vorgeworfen, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Der Mann soll zwischen dem Sommer 1944 und dem Frühjahr 1945 als SS-Mann im Konzentrationslager Mauthausen Häftlinge bewacht haben.

Mann soll die Tötungen gefördert und erleichtert haben

In dem Zeitraum sollen mindestens 36.223 Menschen getötet worden sein – durch Vergasungen, Injektionen und Erschießungen. Dem damaligen Wachmann sollen sämtliche Tötungsarten und -methoden bekannt gewesen sein. Er habe diese Tötungen durch seine Tätigkeit "fördern oder zumindest erleichtern wollen", heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Das Konzentrationslager Mauthausen war das größte deutsche Konzentrationslager der Nationalsozialisten auf dem Gebiet Österreichs.

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