Ankündigung von Alternativ-Konzert : Wir lassen uns nicht einschüchtern: Feine Sahne Fischfilet will unbedingt in Dessau spielen

Die Punkrockband Feine Sahne Fischfilet mit Frontsänger Jan Gorkow.
Die Punkrockband Feine Sahne Fischfilet mit Frontsänger Jan Gorkow.

Nachdem das Bauhaus das Konzert der Punkrocker abgesagt hat, will die Band erst Recht am 6. November in Dessau auftreten.

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19. Oktober 2018, 18:19 Uhr

Halle/Deßau-Reslau | Nachdem das Bauhaus Dessau das Konzert der Punkrockband abgesagt hatte, meldet sich Feine Sahne Fischfilet auf Facebook zu Wort und kündigt an, trotzdem am 6. November spielen zu wollen. Ein Veranstaltungsort stehe aber noch nicht fest.

In der Stellungnahme hagelt es auch Kritik: "Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Die CDU schüchtert zusammen mit der AFD und Neonazis eine Kultur- und Bildungsstätte ein, um ein Konzert von uns in Dessau zu verhindern." Und weiter: "Wir ziehen einfach unser Ding durch und werden uns von diesen Erbärmlichkeiten nicht einschüchtern lassen."

Sachsen-Anhalts Kulturminister verteidigte Entscheidung

Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) und das Bauhaus Dessau hatten die Entscheidung verteidigt, ein Konzert der linken Punkband Feine Sahne Fischfilet abzusagen. Dem Radiosender MDR Kultur sagte Robra am Freitag, eine politische Konfrontation sei mit dem Bauhaus nicht vereinbar. Die Direktorin des Bauhauses sei in die Überlegungen des ZDF nicht eingebunden gewesen und habe erst am Mittwoch von der Einladung der Band erfahren.

Bauhaus soll nicht für gespaltene Gesellschaft stehen

Das Bauhaus teilte am Freitag mit: "Aufgrund vermehrter Aufrufe in den sozialen Medien zur gewaltsamen Störung des Konzerts mussten wir annehmen, dass das Bauhaus Ziel von extremistischen Angriffen geworden wäre." Neben dem Status des Unesco-Welterbes sei es um das Ziel gegangen, keine erneuten medialen Bilder einer gespaltenen zerrissenen Gesellschaft zu ermöglichen. "Dies steht auch im Kontext jener polarisierten gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, die in den vergangenen Monaten das Bild Ostdeutschlands geprägt haben." Die linksextreme Punkband drinnen und Rechtsextreme draußen vor der Tür wären in diesem Fall nur durch Fenster voneinander getrennt gewesen, so der Minister. Er wolle sich nicht ausmalen, was das bedeutet hätte.

Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU).  Foto: dpa
dpa/Hendrik Schmidt
Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU). Foto: dpa

Das ZDF hatte für den 6. November das Konzert zdf@bauhaus mit der umstrittenen Band geplant. Das Bauhaus hatte von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht und das Konzert untersagt.

Weiterlesen: Nach Kritik Rechter Gruppierungen: Konzert von Feine Sahne Fischfilet abgesagt

Die Aufzeichnung des ZDF werde nun an anderer Stelle stattfinden, betonte Robra. "Ich halte die Idee, eine Punkrockband aus dem linken Spektrum mit entsprechenden Fans im eher kammermusikalischen Ambiente der Bauhaus-Bühne auftreten zu lassen, für nicht besonders überzeugend."

Alternativer Veranstaltungsort steht noch nicht fest

Beim ZDF gab es am Freitag zur Frage eines neuen Standorts für das weiterhin geplante Konzert noch keine neuen Informationen. Das Anhaltische Theater Dessau teilte auf Anfrage mit, es stehe als alternativer Veranstaltungsort nicht zur Verfügung. Durch die Absage des ZDF-Konzertes sei der eigentliche künstlerische Auftritt der Band in eine undifferenzierte politische Auseinandersetzung geraten, teilte eine Theatersprecherin mit. Das Theater würde mit der Einladung der Band – unkommentiert und als Symbol – ein politisches Statement geben, zu dem es nicht bereit sei.

Das Haus erwäge aber, am Tag des ursprünglich geplanten Auftritts oder zeitnah eine Diskussionsveranstaltung ins Programm zu nehmen, um einen differenzierten Diskurs zum Konflikt zwischen Freiheit der Kunst und deren möglichen Grenzen zu führen.

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