Nach Bluttat : Mord an slowakischen Journalisten Jan Kuciak: Vier Verdächtige in Haft

Nach der Ermordung des Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova hatten zahlreiche Menschen unter dem Motto 'Für eine anständige Slowakei' gegen die Regierung und die Mafia demonstriert. Foto: dpa/Ronald Zak
Nach der Ermordung des Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova hatten zahlreiche Menschen unter dem Motto "Für eine anständige Slowakei" gegen die Regierung und die Mafia demonstriert. Foto: dpa/Ronald Zak

Der 27-Jährige hatte über die Verfilzung von Politik und Geschäftemacherei recherchiert.

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01. Oktober 2018, 06:16 Uhr

Bratislava | Vier Tatverdächtige im Mordfall des slowakischen Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak müssen im Gefängnis bleiben. Das verfügte nach TV-Berichten ein Spezialgericht für organisierte Kriminalität am Sonntag wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr sowie des Risikos der Zeugenbeeinflussung. Ohne diese Gerichtsentscheidung hätten die drei Männer und eine Frau spätestens am Montag trotz laufender Mordanklage wieder freigelassen werden müssen.

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Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnirova waren am 21. Februar in ihrem Haus im westslowakischen Dorf Velka Maca erschossen worden. Der 27-Jährige hatte über die Verfilzung von Politik und Geschäftemacherei recherchiert. Seine unvollendete Reportage über mögliche Verbindungen italienischer Mafia-Clans zu slowakischen Regierungsmitarbeitern wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht. Sie löste Massendemonstrationen gegen Korruption und den Missbrauch von EU-Fördergeldern aus. Als Folge der Proteste traten die slowakische Regierung und der Polizeipräsident zurück.

Inhaftierte Frau ist Italienisch-Übersetzerin

Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft, die die Haft beantragt hatte, bestätigte, dass es sich bei der inhaftierten Frau um eine Italienisch-Übersetzerin handle. Medienspekulationen, nach denen sie die unmittelbare Auftraggeberin der Bluttat gewesen sein sollte, kommentierte der Vertreter der Anklage jedoch nicht.

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