Segelflieger in der Luft kollidiert : Lüneburgs Bürgermeister fordert nach Absturz Aus für Flugbetrieb

Ein zerstörtes Segelflugzeug liegt nach dem Absturz teils in einem Vorgarten und teils auf der Straße in einem Wohngebiet. Foto: dpa/Philipp Schulze
Ein zerstörtes Segelflugzeug liegt nach dem Absturz teils in einem Vorgarten und teils auf der Straße in einem Wohngebiet. Foto: dpa/Philipp Schulze

Nach dem Absturz eines Segelflugzeugs in Lüneburg hat Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) ein schnelles Verbot des Flugbetriebes in der Stadt gefordert.

shz.de von
22. Juli 2019, 09:53 Uhr

Lüneburg | Der Rat der Stadt hatte nach Angaben einer Stadtsprecherin bereits 2014 mehrheitlich entschieden, den Pachtvertrag für den Flughafen 2020 enden zu lassen.

„Der Unfall zeigt, dass wir mit unserer Entscheidung richtig liegen, dass wegen der Gefahr für die Menschen, die in den Wohngebieten im Osten Lüneburgs leben, der Flugplatz so schnell wie möglich geschlossen werden muss", sagte er am Montag. „Wir werden daher die Luftfahrtbehörde auffordern, keinen Flugbetrieb von Segelfliegern oder Motorsportflugzeugen über dem bewohnten Stadtgebiet mehr zuzulassen und das möglichst mit sofortiger Wirkung."

Nach der Kollision mit einem zweiten Segelflugzeug war am Sonntag ein Segelflieger abgestürzt, das Flugzeug schlug in einem Wohngebiet auf. Der 56-Jährige konnte sich per Fallschirm retten, wurde aber schwer verletzt. „Er erlitt Frakturen, ist aber ansprechbar", sagte ein Polizeisprecher. Der 70 Jahre alte Pilot des anderen, ebenfalls beschädigten Flugzeugs konnte notlanden.

Die Unglücksursache war zunächst weiter unklar. „Die Ermittlungen des zuständigen Luftfahrtbundesamtes werden noch eine ganze Weile andauern", sagte der Polizeisprecher. „Vermutlich wurde das Heckleitwerk der abgestürzten Maschine bei der Kollision abgerissen." Laut Polizei wurden keine Menschen von herabstürzenden Teilen getroffen, auch größere Sachschäden durch Trümmer gab es nicht.

Beide Piloten gelten als erfahren

Nach ersten Ermittlungen waren die beiden Segelflugzeuge in einer Höhe von vermutlich gut tausend Metern im Lüneburger Luftraum unterwegs, als es zur Kollision der beiden Maschinen kam. Wegen der Beschädigungen stürzte der Segelflieger des 56-Jährigen im nordöstlichen Teil Lüneburgs ab. Der Pilot landete mit dem Schirm schwer verletzt auf einem Feld nördlich des Stadtteils Moorfeld. Ein Rettungswagen brachte ihn ins Klinikum Lüneburg.

Foto: dpa/Philipp Schulze
Philipp Schulze
Foto: dpa/Philipp Schulze

Der 70-Jährige landete auf dem Lüneburger Flugplatz. Beide Piloten kommen den Angaben zufolge aus der Region Lüneburg – sie gelten demnach als erfahrene Segelflieger.

Einsatzkräfte der Polizei sicherten die Absturzstelle. Mitarbeiter des Luftfahrtbundesamtes seien eingeschaltet worden, die die weiteren Ermittlungen zum Unglückshergang und zur Ursache zu übernehmen. Den Sachschaden bezifferte die Polizei mit 30.000 Euro.

"Viel Glück"

Das Trümmerfeld habe einen Radius von mehreren Kilometern, sagte ein Sprecher. Von den umherfliegenden Trümmern sei niemand verletzt worden. Es sei "viel Glück" im Spiel gewesen.

Das Segelflugzeug stürzte über einem Wohngebiet ab, der größte Teil des Wracks lag kopfüber teils in einem Vorgarten, teils auf der Straße. Teile des Leitwerks wurden beim Sportplatz Ebensberg – im Nachbarstadtteil – gefunden. Nach Angaben der Polizei wurden keine Menschen von herabstürzenden Wrackteilen getroffen, auch zu Sachschäden wegen der Trümmer kam es nicht.

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