Nach Protesten von Eltern : Kind von AfD-Politiker darf nicht auf Berliner Waldorfschule

In Berlin wird ein Kind von einer Schule ausgeschlossen – weil der Vater AfD-Politiker ist.
In Berlin wird ein Kind von einer Schule ausgeschlossen – weil der Vater AfD-Politiker ist.

Schulfrieden in Gefahr? Eltern und Lehrer fürchten, der Vater könnte die Schüler womöglich politisch beeinflussen.

shz.de von
15. Dezember 2018, 15:25 Uhr

Berlin | Das Kind eines AfD-Politikers in Berlin darf vom Waldorf-Kindergarten nicht in die Waldorfschule wechseln. Das hat die zuständige Schulleitung beschlossen. Einige Eltern hätten befürchtet, dass der AfD-Politiker indirekt politischen Einfluss auf die Schüler nehmen könnte, berichtet die "Berliner Zeitung", die die Namen der Betroffenen nicht verrät.

Im November hatten demnach rund 20 Lehrer der Schule den Politiker und seine Frau zu ihren politischen Auffassungen befragt. Auf einer Elternversammlung sei die Aufnahme des Kindes kontrovers diskutiert worden. Manche Eltern verwiesen auf die Meinungsfreiheit, andere Eltern und Lehrer befürchten, dass die nationalistischen Positionen der Partei die Mitschüler subtil beeinflussen könnten. Der Politiker selbst habe betont, sich – entgegen der Waldorftradition – aus dem Schulleben heraushalten zu wollen.

AfD-Politiker bedauert Ausschluss

Der Trägerverein teilte mit, dass es für 30 Plätze im kommenden Schuljahr 140 Anmeldungen gebe und entschied, das Politikerkind werde nicht aufgenommen. Damit solle künftiges Konfliktpotenzial vermieden werden, hieß es. Die "nötige Unvoreingenommenheit und Unbefangenheit" fehlten, sagte der Geschäftsführer vom Bund der Freien Waldorfschulen der "BZ". Sie seien jedoch die "Grundvoraussetzungen, um die Entwicklung des Kindes angemessen zu fördern." (Lesen Sie hier das Leitbild der Waldorfschulen)

Der AfD-Mann bedauert die Entscheidung laut des Berichts. Sein Kind könne nun nicht mit seinen Freunden in die selbe Schule gehen.

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