Eurovision Song Contest : Zero Points: Sind das die fünf schlechtesten ESC-Songs?

<p>Verliert sie den ESC 2018? Die Slowenin Lea Sirk wird mit ihrem Lied 'Hvala, ne!' als eine der allerschlechtesten Kandidatinnen beim Eurovision Song Contest eingeordnet. Foto: Armando Franca/AP/dpa</p>

Verliert sie den ESC 2018? Die Slowenin Lea Sirk wird mit ihrem Lied "Hvala, ne!" als eine der allerschlechtesten Kandidatinnen beim Eurovision Song Contest eingeordnet. Foto: Armando Franca/AP/dpa

Schlechte Karten für den Gastgeber: Bei den Wettbüros rangiert Portugal unter den schlechtesten Fünf. Ein Überblick.

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12. Mai 2018, 00:01 Uhr

Lissabon | Den ESC verlieren: Wer hat das Zeug für null Punkte?

ESC 2018: 62-mal wurde der Eurovision Song Contest seit 1956 ausgetragen. Dreimal schaffte Deutschland es dabei, keinen einzigen Punkt zu holen. Insgesamt reichte es neunmal für den letzten Platz. Eine beachtliche Leistung, aber in der Rangliste der ewigen Schlusslichter ergibt es trotzdem nur Rang 3. Mit elf Klatschen liegt Norwegen als Spitzenreiter vorerst uneinholbar vorn. Zumindest mit Belgien könnte Deutschland beim 63. ESC aber gleichziehen – wenn Michael Schulte am Samstagabend den schlechtesten Song vorträgt. Die Buchmacher sagen allerdings etwas anderes vorher: Bei den Wetten auf den letzten Platz rangiert Schultes „You Let Me Walk Alone“ abgeschlagen an zehnter Stelle. (Stand 11. Mai 2018.) Die Top 5 der aussichtslosesten Nummern belegen andere Nationen. Eine davon ist – Ehre, wem Ehre gebührt – der Gastgeber selbst. Hier eine Übersicht:

Portugal in Not: Ist Cláudia Pascoals „O Jardim“ zu fad?

Die Gastgeber-Nation schenkt der Welt mit Cláudia Pascoals „O Jardim“ ein Lied, das vor allem Eltern begeistern dürfte. Bei dieser Parodie eines Entspannungssongs schlafen selbst aufgeregte Kinder beim ersten Takt ein. Pascoal beschreibt ihr Songwriting selbst als therapeutischen Prozess. Und ihr gesungener Abschied von der toten Großmutter klingt auch wirklich so. Auf eine nicht unschöne Weise wirkt die Nummer, als würde Pascoal zur Selbstberuhigung nur langsam ein- und ausatmen, um hin und wieder aufzuseufzen. Deutschland brauchte fünf Jahre, um nach Lena Meyer-Landruts Triumph wieder ganz unten anzukommen. Portugal könnte der Durchmarsch im direkten Anschluss gelingen.

(Wer gewinnt den ESC 2018? Alles zu den Favoriten)

Verlieren Serbien den ESC mit „Nova Deca“ von Sanja Ilić & Balkanika?

Ein weißbärtiger Flötist im Baumwollkleid, ein Kahlkopf, dessen Cape nur für die Windmaschine genäht wurde, drei Elfen mit Flechtarbeiten in der Frisur: Sanja Ilić könnte auch der ESC-Kandidat aus Mittelerde sein. Die folkloristischen Klagelaute von „Nova Deca“ lassen allerdings keinen Zweifel, warum seine Kombo Balkanika heißt. Mit nur vier Versen hat der serbische Song den kürzesten Text des ESC 2018. Und auch den unheimlichsten: „Alles wird klar, die Sonne scheint anders, die Welt gehört uns“ – was aussieht wie ein Werbespot des serbischen Tourismus-Ministeriums, klingt wie eine LSD-Sekte. 

(Sprechen Sie ESC? Testen Sie Ihr Wissen zum Eurovision Song Contest)

Letzter Platz beim ESC? Lea Sirk singt für Slowenien „Hvala, ne!“

Wer bei Lea Sirk in den ESC reinzappt, glaubt erstmal, in einem Stieg-Larsson-Krimi zu sein. Die slowenische Kandidatin Lea Sirk sieht auch auf den dritten und vierten Blick aus wie Noomi Rapace als Lisbeth Salander. In ihrem auf peinigende Beats reduzierten Song „Hvala, ne!“ geht es angeblich um leere Werbe-Versprechen, aber das Beste ist natürlich der Titel. Auf Deutsch heißt er „Nein, danke!“ – womit den Wettbüros zufolge auch schon die Publikumsreaktion vorformuliert ist.

Albanien: Verliert Eugent Bushpepa den ESC 2018 mit „Mall“?

„Sehnsucht“ heißt der Titel des albanischen ESC-Beitrags „Mall“ auf Deutsch. Eugent Bushpepa besingt die ferne Geliebte darin mit Sätzen wie diesem: „Ich möchte in dieser stillen Nacht in mein Bett.“ Still ist seine bis in die höchsten Töne getriebene Rock-Ballade zwar wirklich nicht; ganz schnell ins Bett zurückwünschen dürfte Bushpepa sich nach dem ESC 2018 allerdings wirklich. In den Wettbüros liegt er unter den Anwärtern auf den letzten Platz jedenfalls auf Rang 2.

United Kingdom – zero points? SuRies ESC-Song „Storm“

„Storms don't last forever“ singt SuRie im Refrain ihres ESC-Beitrags. Übersetzt heißt die radikal zugespitzte Zeile in etwa: „Auf Regen folgt Sonnenschein“. Das verzweifelte Wunschdenken der britischen Eurovision-Fans ist damit zumindest auf den Punkt gebracht. In den letzten 15 Jahren hat SuRies Heimat nur ein einziges Mal die Top 10, dafür aber dreimal den letzten Platz erreicht. Für die Buchmacher ist die Frau, die zwar nicht das Charisma von Annie Lennox hat, aber zumindest denselben Friseur, beim ESC 2018 die heißeste Anwärterin auf die Schlussplatzierung.

Grundlage dieser Worst-Five-Liste ist eine Übersicht des Internetportals „eurovisionworld.com“, für das die Ergebnisse von über einem Dutzend Wettbüros ausgewertet wurden.

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