Attacken auf Mädchen : Offenbar weitere Fälle sexueller Übergriffe durch Kinder und Jugendliche

Ein Graffiti in der Jungenumkleide einer Bremer Schulturnhalle.
Ein Graffiti in der Jungenumkleide einer Bremer Schulturnhalle.

In Mülheim an der Ruhr ist eine weitere Anzeige eingegangen – diesmal wegen sexueller Belästigung durch Minderjährige.

shz.de von
10. Juli 2019, 11:52 Uhr

Mülheim/Herne | Nach dem Mülheimer Vergewaltigungsfall mit fünf minderjährigen Tatverdächtigen sind zwei weitere Sexualdelikte bekannt geworden, an denen Teenager beteiligt sein sollen: In Mülheim an der Ruhr kam es am vergangenen Sonntag mutmaßlich zu einem weiteren sexuellen Übergriff gegen ein Mädchen. In Herne sollen einem Medienbericht zufolge bereits im Mai zwei Teenager eine Mitschülerin missbraucht haben.

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Weiterer Fall in Mülheim: Teenagerin sexuell belästigt

Wie eine Sprecherin der Duisburger Staatsanwaltschaft sagte, soll eine Jugendliche von fünf Tatverdächtigen eingekreist worden sein. Zwei der fünf sollen das Mädchen dann angefasst haben. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung war einer der fünf Verdächtigen erst elf Jahre alt, die anderen 15 bis 17 Jahre. Das Mädchen soll 15 Jahre alt sein.

Fall in Herne: Mutmaßliche Vergewaltigung einer Mitschülerin

Bereits im Mai soll in Herne eine 14-Jährige von zwei Teenagern vergewaltigt worden sein, berichtet ebenfalls die "Bild"-Zeitung und bezieht sich dabei auf Angaben der Kriminalpolizei. Demnach hätten sich ein 13- und ein 14-jähriger Junge nach Schulschluss Wodka in einem Kiosk besorgt und ihn der 14-Jährigen und ihrer 13-jährigen Freundin eingeflößt. Den Angaben nach zogen die Jungs anschließend das ältere Mädchen ins Gebüsch. Die 13-jährige Begleiterin sei geflohen, nachdem sie die Vergewaltigung mitbekommen habe.

Das vergewaltigte Mädchen brach später in der Straßenbahn zusammen, so "Bild", woraufhin sie ein Notarzt ins Krankenhaus brachte. Dort sei eine Alkoholvergiftung festgestellt worden.

Dem Bericht zufolge ist einer der Verdächtigen ein Klassenkamerad des Mädchens. Die Jungs hätten bei der Polizei keine Reue gezeigt und die Tat abgestritten. Beide seien von der Schule in Herne suspendiert worden. Die Verdächtigen seien libanesischer Herkunft aber hätten einen deutschen Pass. Die Ermittlungen dauern an. Es gebe Hinweise, dass die Tat gefilmt wurde.

Ermittlungen zur mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Mülheim

Unterdessen laufen in Mülheim die Ermittlungen wegen des bereits bekannten Falls weiter. Drei 14-Jährige und zwei Zwölfjährige stehen im Verdacht, am Freitagabend eine junge Frau in einem Waldstück vergewaltigt zu haben. Die Zwölfjährigen sind strafunmündig. Einer der 14-Jährigen sitzt wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft. Die Polizei will noch weitere Zeugen vernehmen und unter anderem DNA-Spuren auswerten.

Das Mülheimer Jugendamt hatte am Montag versucht, die Familien der Zwölfjährigen anzusprechen. Die Hilfsangebote seien aber nicht angenommen worden, berichtete ein Stadtsprecher am Dienstag. Der Kontakt mit den Familien sei am Montag über die jeweilige Gegensprechanlage an den Haustüren erfolgt. Diese hätten sie jedoch abgelehnt.

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