zur Navigation springen

Epidemie in der Hauptstadt : 74 Tote, 805 Erkrankte: Zahl der Pest-Fälle in Madagaskar verdoppelt

vom

Innerhalb einer Woche erkrankten so viele Menschen an der Krankheit, wie im ganzen vergangenen Monat.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 12:28 Uhr

Antananarivo | Die Zahl der Pest-Erkrankungen in Madagaskar hat sich innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt. Inzwischen sind den Behörden zufolge 805 Menschen erkrankt, von denen knapp 600 an der hochgefährlichen und leicht übertragbaren Lungenpest leiden.

Mindestens 74 Menschen seien bisher an den Folgen der Infektion gestorben, erklärte die Katastrophenschutzbehörde am Dienstag. Vor einer Woche waren es noch 350 Pest-Erkrankungen und 40 Todesfälle. Die Epidemie in dem Inselstaat vor der Südostküste Afrikas hatte Anfang September begonnen.

Im Krankenhaus in Antananarivo (Madagaskar) schützt sich ein Kind mit einem Mundschutz vor den Pest-Erregern.

Im Krankenhaus in Antananarivo (Madagaskar) schützt sich ein Kind mit einem Mundschutz vor den Pest-Erregern.

Foto: dpa
 

Kleinere Ausbrüche der Beulenpest sind in Madagaskar nicht ungewöhnlich. Die gegenwärtige Epidemie ist jedoch bedeutend heftiger und die Mehrheit der Erkrankungen sind Fälle der leicht übertragbaren Lungenpest. Örtliche Behörden und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind besorgt, weil die Lungenpest sich unter anderem in der dicht besiedelten Hauptstadt Antananarivo ausbreitet. Die WHO hat wegen der Epidemie rund 1,5 Millionen Dosen Antibiotika zur Behandlung und Prophylaxe nach Madagaskar geschickt.

Verursacher der Pest ist das Bakterium Yersinia pestis. Der Erreger wird meist durch infizierte Flöhe von Ratten übertragen. Eine Infektion führt zunächst zu Symptomen wie bei einer schweren Grippe, dann schwellen Lymphknoten zu dicken Beulen an. Bei früher Diagnose sind die Heilungschancen durch Antibiotika sehr hoch. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Beulenpest zur Lungenpest führen. Diese wird dann durch Tröpfchen übertragen, ähnlich wie eine Grippe, und kann sich daher rasch ausbreiten. Sie führt unbehandelt schnell zum Tod.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen