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Heidelberg : 35-jähriger Student rast in Menschengruppe – Motiv weiter unklar

vom
Aus der Onlineredaktion

Ein Mann kam ums Leben. Die Polizei prüft derweil, ob sie gegen beleidigende Beiträge bei Twitter vorgehen kann.

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2017 | 15:55 Uhr

Mannheim/Heidelberg | Nach der tödlichen Autofahrt in eine Menschengruppe in Heidelberg suchen die Ermittler weiter nach dem Motiv des Fahrers. Der Verdächtige liegt weiterhin im Krankenhaus und äußert sich nicht, wie ein Polizeisprecher am Montag sagte. Er sei am Sonntag nicht transportfähig gewesen und habe in einer Vernehmung nicht zu den Vorwürfen ausgesagt. Ein Richter erließ einen Haftbefehl gegen den 35-Jährigen. Ihm wird unter anderem Mord, versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und versuchter Totschlag vorgeworfen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen Studenten, der in Heidelberg wohnt. Polizeilich war er bislang nicht bekannt. Der Mann soll mit einem Mietwagen in eine Gruppe von Passanten gefahren sein. Ein 73-Jähriger wurde getötet, zwei weitere Fußgänger verletzt. Der 35-Jährige floh zu Fuß mit einem Küchenmesser bewaffnet, bis Polizisten ihn mit einem Schuss niederstreckten.

Die Polizei in Mannheim prüft derweil weiter, ob sie gegen beleidigende und anstößige Beiträge vorgehen kann, die nach der Todesfahrt von Heidelberg auf Twitter verbreitet wurden. „Wir werden uns einzelne Meldungen anschauen und nach ihrem strafbaren Inhalt bewerten“, sagte Polizeisprecher Norbert Schätzle. Die Pressestelle der Polizei hatte nach dem Vorfall vom Samstagnachmittag stundenlang mit Anfragen und auch ausfallenden Tweets aus dem In- und Ausland zu tun. Einige davon hatte sie ungewöhnlich harsch von ihrem offiziellen Account aus beantwortet und so manchen Twitternutzer zurechtgewiesen.

Nach Vorfällen wie diesen sehen sich Polizei und Presse zunehmend haltlosen Beschuldigungen ausgesetzt. Oftmals sind die sogenannten Hetzer jedoch in der Unterzahl - ziehen aber trotzdem die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Das kann das wahre Bild verzerren.

Von einigen Nutzern wurden die Beamten beleidigt, andere machten Muslime für die Todesfahrt verantwortlich - die Polizei betonte: „Und nun noch mal für alle: Tatverdächtiger: Deutscher OHNE Migrationshintergrund!“

 

Trotzdem zweifelten einige Nutzer auch danach noch den Wahrheitsgehalt der Informationen durch die Polizei an. Von anderen gab es aber auch reichlich Lob für die Arbeit der Beamten vor Ort und des Social-Media-Teams.

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