Kaffeetrinker im Fokus : 320.000 Coffee-to-go-Becher pro Stunde: Umweltschützer fordern Einweg-Pfand

<p>Laut der Deutschen Umwelthilfe werden in Deutschland stündlich 320.000 der Einwegbecher verbraucht.</p>

Laut der Deutschen Umwelthilfe werden in Deutschland stündlich 320.000 der Einwegbecher verbraucht.

Der Verbrauch von Einweg-Bechern in Deutschland ist laut der Deutschen Umwelthilfe extrem.

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14. Mai 2018, 13:05 Uhr

Hannover | Der Coffee-to-go im Pappbecher ist schnell geholt, ausgetrunken und ebenso schnell wieder entsorgt. Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) werden in Deutschland stündlich 320.000 Einwegbecher verbraucht (pro Jahr sind das fast drei Milliarden Stück), die so für mehrere tausend Tonnen Müll sorgen.

Damit der Einwegbecher komplett verschwindet, ist nach Ansicht der Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation ein bundesweites Pfandsystem nötig. Dabei sei auch die Politik gefordert: Unternehmen und Kunden müssten mehr bezahlen, wenn sie Einweg statt Mehrweg benutzten. "Die Entwicklung steckt noch in den Kinderschuhen. Die Benutzung der Mehrwegbecher muss so einfach sein wie die der Einwegbecher", fordert Thomas Fischer, Leiter Abfallpolitik und Kreislaufwirtschaft bei der Umwelthilfe.

Städte haben Pappbechern den Kampf angesagt

Für die Herstellung der typischen Coffee-to-go-Becher werden laut Umwelthilfe zehntausende Tonnen Holz und Kunststoff sowie Milliarden Liter Wasser benötigt. Für die Produktion ist jährlich eine Energiemenge nötig, mit der man eine Kleinstadt versorgen könnte.

Inzwischen haben etliche Städte und Initiativen dem Pappbecher selbst den Kampf angesagt und Pfandsysteme für Mehrwegbecher eingeführt. Junge Leute und Kaffeetrinker in Szene-Vierteln greifen verstärkt zu den Pfandbechern, wie Erfahrungen etwa aus Hannover und Freiburg zeigen. Die Deutsche Umwelthilfe selbst hat im September 2015 das Projekt „Becherheld - Mehrweg to go“ gestartet, um den Verbrauch umweltschädlicher Coffee-to-go-Becher zu verringern.

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Welches Modell und welches Material ist das beste? Einen ersten Überblick können Symbole auf dem Becher bieten.

 

Der höhere Aufwand in der Herstellung fällt laut Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe schon nach kurzer Zeit nicht mehr ins Gewicht: „Wenn Sie ein regelmäßiger Kaffeetrinker sind, haben Sie das ganz schnell raus.“ Außerdem hält der Mehrwegbecher das Getränk länger warm als das Gegenstück aus Pappe. Und er kann sogar Geld sparen, denn manche Cafés und Kaffeeketten geben Kunden, die einen eigenen Becher zum Auffüllen mitbringen, Rabatt. Welches Modell und welches Material das beste ist, zeigen Symbole auf dem Becher. Das Glas-und-Gabel-Symbol etwa kennzeichnet Materialien, die für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet sind.

Viele Verbraucher trinken ihren Kaffee aber weiterhin aus der Einwegvariante.

(mit dpa)

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