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Dänisches Mädchen in Isolationshaft : 15-Jährige aus Kundby: Gemeinsame Terrorpläne mit Syrien-Krieger?

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Sie hortete Sprengstoff und rief über Facebook zum Jihad auf: Neben der Teenagerin ist auch ein Syrien-Heimkehrer in Sicherungsverwahrung.

shz.de von
erstellt am 18.Jan.2016 | 11:06 Uhr

Holbæk | Die 15-jährige Dänin, die am 13. Januar in ihrem Elternhaus in Kundby auf Seeland wegen Sprengstoffbesitzes festgenommen wurde, befindet sich in Isolationshaft. Diese verschärfte Form der Untersuchungshaft ist äußerst ungewöhnlich bei der Verwahrung von Minderjährigen und wurde zuvor seit 2008 nicht mehr in Dänemark praktiziert.

Das zuständige Gericht in Holbæk schickte ebenso einen 24-jährigen möglichen Komplizen der Terror-Verdächtigen vorläufig bis zum 9. Februar in Untersuchungshaft/Isolation. Bei dem Mann handelt es sich um einen in diesem Jahr zurückgekehrten dänischer Syrienkrieger. Er soll mit der Verhafteten über Facebook und Snapchat Kontakt gehabt haben. Die Verhaftung erfolgte in Ostjütland.

Das zum Islam konvertierte Mädchen sitzt in Untersuchungshaft, nachdem sie am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt wurde. Das Mädchen soll selbst Versuche mit Sprengstoff unternommen haben und sich in sozialen Netzwerken offen zum Dschihad bekannt haben. Sprengstoffexperten hatten das Haus, in dem die 15-Jährige mit ihrer Mutter wohnte, untersucht.

In Syrien habe der 24-jährige gelernt, mit Waffen umzugehen, heißt es offiziell. Auf seinen Facebookprofilen habe er zum Dschihad aufgerufen. Zudem habe er bereits wegen Körperverletzung und Raub im Gefängnis gesessen.

Viel über die Hintergründe und die Verbindung der inhaftierten ist nicht bekannt. Die Behörden halten sich bedeckt. So fand der Haftprüftermin in beiden Fällen hinter „doppelt verschlossenen Türen“, also unter Ausschluss jeder Öffentlichkeit statt. Es gibt keine weiteren Angaben über mögliche Hintergründe.

Die Konvertierung der 15-jährigen zum Islam werde laut „TV2“ auf dem Facebookprofil des Mädchens deutlich. Dort soll sie unter anderem Mitglied in einer Gruppe für dänische Mitglieder der neofundamentalistischen und in Deutschland verbotenen Organisation „Hizb ut-Tahrir“ sein. In den sozialen Netzwerken drückte sie überdies eine gewisse Faszination für Kleinwaffen aus-

Mutter und Tochter sind von einem halben Jahr ins Haus im Dorf Kundby eingezogen. Die Jugendliche ging auf die Isefjord-Schule in Holbæk, berichtet die Tageszeitung „Nordvestnyt“. Vor einem Monat sei sie der Schule verwiesen worden. Unter Mitschülern galt sie als zurückgezogen lebend.

Informationen über weitere Hintergründe gibt es bislang nicht.

 

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