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09. November 2013, 06:00 Uhr

Kontinuierlich hat bürgerschaftliches Engagement in Deutschland in den letzten zehn bis 15 Jahren an Aufmerksamkeit und Bedeutung gewonnen. Eine Ausprägung dieses Engagements gibt auch die wachsende Zahl von Bürgerstiftungen im Land wieder, die eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen ist.
In Deutschland ist es eigentlich gut bestellt um das bürgerschaftliche Engagement. Mit rund 580 000 Bürgervereinen und fast 19 000 Stiftungen insgesamt hat es im Jahr 2013 gar einen neuen Höchststand erreicht. Gut 320 Bürgerstiftungen, beinahe alle in der vergangenen Dekade gegründet, haben ebenfalls ihren Anteil an dieser Entwicklung.
Mit den Bürgerstiftungen haben sich erstmals landesweit in der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine Idee und ein Konzept etabliert, das ausgehend von privater Initiative nachhaltig Eigenkapital schafft. Vor Ort werden vor allem soziale Projekte gefördert, die nicht im politischen Willen und Handeln Akzeptanz und Unterstützung gefunden haben.
Durch ihre lokale Ausrichtung und den breiten Stiftungszweck können Bürgerstiftungen regelmäßig flexibel auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren. Dabei bieten sie viele Formen der Zusammenarbeit von Stiftern, Vereinen, Unternehmen, Kirchengemeinden und Kommunen an. Bürgerstiftungen engagieren sich am ehesten dort, wo sich ihre Förderer und Unterstützer am besten mit ihren Fähigkeiten, Erfahrungen und Kenntnissen einbringen können: Vor Ort, in der eigenen Kommune. Dort entwickeln sich zunehmend mehr Bürgerstiftungen, können inzwischen als erste Ansprechpartner für bürgerliches Engagement gelten.
Von Null auf 320 Bürgerstiftungen im Land hat es rund 15 Jahre gedauert. Es scheint aber außer Frage zu stehen, dass sich dieser Boom ungebrochen fortsetzen, und ihre Zahl weiter wachsen wird. Und ebenso wird auch die Zahl der geförderten und unverzichtbaren Projekte in den Kommunen und Regionen wachsen können. Bürgerstiftungen leisten einen spürbaren Beitrag zur gesell-schaftlichen Prosperität in Deutschland. Und beteiligen kann sich daran jeder Bürger.

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