Buy-Button : Nutzer können Waren bei Facebook kaufen

imago/Rüdiger Wölk
Mit seinen neuen Geschäftsmodellen will Facebook die Kassen klingeln und den Aktienkurs steigen lassen.

Das Netzwerk will unabhängiger von Werbung werden. Auch ein digitaler Assistent namens „Moneypenny“ soll bald kommen.

shz.de von
16. Juli 2015, 12:57 Uhr

Bei Facebook rauchen derzeit die Köpfe: Der Internet-Riese werkelt weiter eifrig an neuen Geschäftsmodellen und Anwendungs-Möglichkeiten für alte und mögliche neue Nutzer.

So will Facebook zur Einkaufsmeile für seine Mitglieder werden, die bei Interesse an der eingeblendeten Werbung auf einen Kauf-Button klicken können sollen. Sie bräuchten die Plattform dann für den Kauf der Produkte nicht mehr verlassen. Diese Möglichkeit testet das Unternehmen bereits seit rund einem Jahr. Nun ist sie offenbar ausgereift, denn demnächst soll der Kauf-Button eingeführt werden. Damit sollen kleinere E-Commerce-Seiten eine Chance bekommen, neben ihrer Homepage eine zweite Verkaufsplattform zu eröffnen. Über Provisionen verdient Facebook dann an den Verkäufen mit.

Mit dem Kauf-Button eifert Facebook seinen Branchenkollegen Pinterest und Twitter nach, die solche Warenläden bereits aufgebaut haben. Auch Google will für seine mobilen Angebote einen Buy-Button etablieren, wie am Mittwoch bekannt wurde.

Parallel arbeitet Facebook offenbar an einem digitalen Assistenten, der unterwegs Ratschläge vom Messenger aus erteilt. Diese kommen aber nicht von einer Computerstimme, sondern von realen Personen. Ein Name für den Assistenten ist bereits gefunden: In Anlehnung an die James-Bond-Filmreihe soll er „Moneypenny“ heißen. Moneypenny soll vor allem Unterstützung bei Einkäufen oder Recherchen geben. Wann die virtuelle Assistentin Moneypenny für die Nutzer freigeschaltet wird, ist noch völlig unklar.

Gleiches gilt auch für die Nutzung des Messenger-Dienstes für Nicht-Facebook-Mitglieder in Deutschland. Seit Ende Juni können Nutzer in den USA, Kanada, Peru und Venezuela sich bei dem Messenger mit Name und Telefonnummer registrieren und anschließend Nachrichten austauschen. Der Dienst erinnert von seiner Funktion sehr an den den von Facebook aufgekauften Messenger-App „WhatsApp“. Experten mutmaßen daher bereits, dass beide Anwendungen mittelfristig verschmolzen werden könnten, um den Umsatz zu steigern.

Außerdem testet Facebook derzeit ein Modell, um seinen Nutzern mehr exklusive Videos zu zeigen. Damit das gelingt, sollen Videoproduzenten während der Probephase mit 55 Prozent an den Werbeeinnahmen beteiligt werden. Allerdings soll das Beteiligungsmodell nicht für alle bei Facebook veröffentlichten Videos gelten, sondern nur für solche, die in der neuen Rubrik „Suggested Videos“ (zu deutsch: empfohlene Videos) erscheinen. Die Videos in dieser Rubrik werden von externen Partnern zugeliefert. Wer als Nutzer auf einen eingeblendeten Clip klickt, kann zu einer Liste empfohlener Videos gelangen. Diese enthält einerseits den gewünschten Clip, andererseits aber auch thematisch passende Clips der Partnerfirmen.

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