Synode in Rendsburg : Nordelbische Kirche will mehr Pastoren einstellen

Die Nordelbische Kirche will in den kommenden Jahren wieder mehr Pastoren einstellen. Einen entsprechenden Beschluss fasste die Synode am Samstag in Rendsburg.

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22. November 2008, 05:15 Uhr

Nachdem bislang jährlich 15 Vikarinnen und Vikare in den Probedienst übernommen wurden, soll die Zahl bis 2012 auf 20 erweitert werden. Dies sei notwendig, um langfristig einem Pastorenmangel entgegenzuwirken, sagte Personaldezernent und Oberkirchenrat Gothart Magaard.

Die 140 Kirchenparlamentarier beschlossen auf ihrem zweitägigen Treffen zudem, das Bewerbungsverfahren, das bislang nach dem Vikariat stattfindet, künftig vor die fast zweieinhalbjährige Ausbildung zu ziehen. Damit wollen sie die Berufsperspektive des Nachwuchses verbessern. Schließlich sollen künftig alle Vikare, deren Zahl von 18 auf 16 reduziert wird, in den Dienst übernommen werden. Das Prinzip soll außerdem die Anwärter vom Konkurrenzdruck während der praktischen Ausbildung befreien.
Änderung des Kirchensteuergesetzes
Weiter brachten die Synodalen einen Entwurf zur Änderung des Kirchensteuergesetzes auf den Weg. Hintergrund ist die Abgeltungssteuer, die im kommenden Jahr eingeführt wird. Die bislang in der Einkommensteuer erhobenen Abgaben für Kapitalerträge werden von Januar an von den Kreditinstituten direkt abgeführt. Ohne die Änderung der Kirchensteuerordnung würden der Kirche diese Steuern verloren gehen.

Beschlüsse zur geplanten Fusion mit der Mecklenburgischen und der Pommersche Kirche zur Nordkirche standen diesmal nicht auf dem Programm. "Bei der nächsten Synode im März wird es richtig spannend", sagte ein Sprecher der Nordelbischen Kirche am Rande des Treffens. Dann müssen die Parlamentarier aller drei Landeskirchen über den Zusammenschluss abstimmen. Erforderlich ist eine Zwei-Drittel- Mehrheit. "Ich bin aber zuversichtlich, dass diese erreicht wird."

Der Nordelbische Synode, dem "Parlament" der Kirche, gehören 140 Mitglieder an, darunter 69 Laien. Sie ist eines der drei kirchenleitenden Gremien und berät über alle Angelegenheiten der Kirche. So beschließt die Synode den Haushalt, erlässt Gesetze und Verordnungen und wählt die drei nordelbischen Bischöfe. Sie tagt in der Regel zweimal im Jahr.

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