"Sehr traurige Energien" gespürt : Niedersachsen setzt Elfenbeauftragte gegen Autobahnunfälle ein

Autos und LKW werden nach einem Unfall von der gesperrten Autobahn A2 geleitet. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat eine selbst ernannte Elfenbeauftragte im Kampf gegen die Vielzahl von Unfällen auf der Autobahn 2 eingesetzt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Autos und LKW werden nach einem Unfall von der gesperrten Autobahn A2 geleitet. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat eine selbst ernannte Elfenbeauftragte im Kampf gegen die Vielzahl von Unfällen auf der Autobahn 2 eingesetzt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Im Kampf gegen die vielen Unfälle auf der A2 hat die Straßenbaubehörde nun auch eine selbst ernannte Elfenbeauftragte und eine Tierkommunikatorin eingesetzt. „Negative Energien" wollen beide gespürt haben. Die Behörde verteidigt die Mitnahme der Frauen.

shz.de von
06. August 2018, 12:17 Uhr

Hannover | Immer wieder schwere Unfälle, Tote und Verletzte und endlose Staus: Im Kampf gegen die Vielzahl von Unfällen auf der der stark befahrenen Ostwest-Autobahn A2 hat die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr nun sogar eine selbst ernannte Elfenbeauftragte eingesetzt. Melanie Rüter, die nach eigenem Bekunden Kontakt zu Naturgeistern, Elementar- und Erdwesen aufnimmt, sei im Juni auf eine Kontrollfahrt auf der A2 mitgenommen worden, nachdem sie sich bereits zu Jahresbeginn an die Behörde gewandt hatte, bestätigte die Sprecherin der Straßenbauverwaltung am Montag.

"Aufgebrachte Naturwesen"

Unterstützt von der Tierkommunikatorin Marion Lindhof habe sie mit Behördenmitarbeitern fünf neuralgische Punkte an der A2 zwischen Lehrte und Braunschweig angesteuert, hatte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet. Demnach hätten die beiden Frauen auf der Autobahn sofort „sehr traurige Energien" gespürt - und nach eigenen Worten auch tiefere Ursachen für die vielen Unfälle. „In einigen Fällen waren es aufgebrachte Naturwesen, die rebellierten und sich ihr Stück Natur zurückholen wollten." Außerdem hätten Wildschweine Unfälle verursacht, weil ihnen ihr Revier genommen worden sei: „Halbstarke, die auf Krawall gebürstet sind."

Unfall am Stauende

Nach Überzeugung der Frauen könnten die Unfallzahlen durch ihren Einsatz zurückgehen. „Einige Strecken der Autobahn sind nun energetisch versiegelt", sagten die beiden, die am Montag für Nachfragen zunächst nicht erreichbar waren, der Zeitung. Dennoch krachte es auch am Montag wieder auf der A2. Zwischen Peine-Ost und Peine fuhr an einem Stauende zunächst ein Kleintransporter auf einen stehenden Sattelzug auf. Der 56-jährige Fahrer wurde eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt, weil ein nachfolgender weiterer Transporter in die Unfallstelle krachte. Im Rückstau fuhren drei Pkw ineinander, wobei es drei Leichtverletzte gab. Die Autobahn Richtung Hannover wurde stundenlang gesperrt, es gab lange Staus.

Die Straßenbaubehörde verteidigte sich gegen Kritik an dem Einsatz der Elfenbeauftragten, wie es sie etwa auch in Island gibt. Durch die Mitnahme der Frau bei einer Kontrollfahrt seien keine zusätzlichen Kosten entstanden.

A2 belegt Spitzenplatz

Nach den Zahlen der Polizei gab es 2017 auf dem niedersächsischen A2-Abschnitt 3538 Unfälle, im Vorjahr waren es 3516 Karambolagen, und 2015 krachte es 3447 Mal. Bis zu 130 000 Fahrzeuge täglich, darunter ein Drittel Lastwagen, rollen über die Route von Berlin quer durch Niedersachsen Richtung Ruhrgebiet. Nach einer ADAC-Statistik belegte die A2 im vergangenen Jahr den Spitzenplatz in der Staubilanz in Niedersachsen.

Wegen der Vielzahl von Karambolagen auf der viel befahrenen A2 wird in Niedersachsen seit langem über Möglichkeiten zur Entschärfung der Ost-Westautobahn diskutiert. Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) kündigte im Mai an, Bauarbeiten künftig zu beschleunigen und wo möglich keine Fahrstreifen mehr zu sperren. Die Polizei Hannover setzt verstärkt auf Geschwindigkeitsmessungen in Baustellenbereichen und Abstandskontrollen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen