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Alternativen zum Wegwerfen : Zweite Chance: So leben Laptop, Tablet & Co. weiter

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Was passiert mit alten Geräten, die eigentlich noch funktionieren? Fünf Tipps.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2015 | 09:47 Uhr

Der Laptop hat nicht mehr genug Speicherplatz. Das Tablet ist nicht mehr mit dem neuesten Betriebssystem kompatibel. Oft werden neue Elektrogeräte angeschafft, bevor die alten überhaupt kaputt sind. Eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Umweltbundesamtes ergab, dass der Anteil defekter Flachbildschirmfernseher bei den Ersatzkäufen lediglich bei 25 Prozent lag. Mehr als 60 Prozent der Ersatzkäufe erfolgte trotz voll funktionstüchtigem TV-Gerät nur, weil sich der Besitzer ein Gerät mit größerer Bildschirmdiagonale oder besserer Bildqualität wünschte. Doch was passiert mit den alten Geräten, die eigentlich noch funktionieren? Die Bundesregierung hat reagiert und eine Reform des Elektrogerätegesetzes auf den Weg gebracht. Verbraucher sollen ausrangierte Elektrogeräte künftig leichter beim Händler entsorgen können (siehe Infokasten). Rücknahme und Recycling sind gut, doch Weiternutzen ist besser. Wer noch funktionierende alte Elektronik weiterverwendet oder verkauft, leistet einen Beitrag zum Umweltschutz. Fünf Tipps wider die Wegwerfkultur:

1. Reparieren: Egal ob Blu-ray-Player, Toaster oder Handy: Geht ein Gerät nach Gewährleistungs- und Garantiezeit kaputt und erscheinen die Reparaturkosten beim Hersteller oder in der Fachwerkstatt zu hoch, ist die Selbsthilfe immer einen Versuch wert. Etwa unter http://repaircafe.org/de finden sich weltweit sogenannte Repair-Cafés, in denen versierte Laien oder Profis Verbrauchern zur Seite stehen. In Schleswig-Holstein gibt es aktuell fünf Repair-Cafés – in Schleswig, Neumünster, Elmshorn, Pinneberg und Norderstedt. Ein Dorado für Bastler ist zudem das Internet: Auf zahlreichen Seiten und Videoplattformen finden sich Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Reparatur unzähliger Geräte.

2. Weiternutzen: Der Provider bietet ein neues Smartphone zum Vertrag an, und im Elektromarkt lockt der riesige Flach-TV zum Niedrigpreis: Trotzdem sollten Verbraucher immer rational überlegen, ob sie ein neues Gerät wirklich brauchen oder ob das alte nicht doch noch eigentlich ihren Anforderungen entspricht. Beim Handyvertrag kann sich Zurückhaltung sogar auszahlen, erklärt das Umweltbundesamt: „Viele Anbieter gewähren einen niedrigeren Monatspreis, wenn Sie Ihr eigenes Gerät weiternutzen.“ Oder man steigt auf einen Prepaid-Vertrag um.

3. Umnutzen: Auch wenn man feststellt, dass Handy, Computer oder Notebook vielleicht nicht mehr die persönlichen Anforderungen an die ursprüngliche Nutzung erfüllen, ist kreatives Um- und Weiternutzen immer noch eine interessante Möglichkeit. Ein alter Rechner – egal ob PC oder Notebook – kann meist immer noch zum Zweitgerät, Netzwerkspeicher oder Medienserver werden und das Smartphone zum Medienclient, der die Anlage mit Musik aus Netzwerk und Internet füttert. Und ein alter Router kann beispielsweise zum WLAN-Repeater umfunktioniert werden. Sie dienen dann dazu, die Reichweite des drahtlosen Netzwerkes zu erhöhen.

4. Weitergeben: „Prüfen Sie, ob Ihr ausgemustertes Gerät nicht für eine Zweitnutzung infrage kommt“, rät das Umweltbundesamt. Das kann zum einen die Weitergabe an Menschen sein, die das jeweilige Gerät noch gebrauchen können: Tablets sind etwa für ältere Menschen, die gerade mit Computer und Internet starten, eine gute Alternative zu klassischen Rechnern. Mit altersgerechten Apps bestückt können die Geräte auch für Kinder interessant sein. Zum anderen kann man den Verkauf per Kleinanzeige oder Online-Auktion in Erwägung ziehen. In beiden Fällen gilt es, die eigenen Daten vorher sorgfältig zu löschen. Oder die Geräte werden gespendet – zum Beispiel über das Netzwerk „Freecycle“, das auch in Kiel und Lübeck den Austausch kostenlos abzugebender Gegenstände organisiert.

5. Gebraucht kaufen: Auch durch einen Gebrauchtkauf können Verbraucher viel für die Umwelt tun. „Wenn es nicht das neuste Gerät sein muss, können Sie mit einem gebrauchten Smartphone viel Geld sparen“, gibt das Umweltbundesamt zu bedenken. Das gilt auch für andere Geräte von der Digitalkamera über den Fernseher bis hin zum Rechner.

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